Burg, historische Stadtmauer und Wasserlandschaften: Beeskow vereint zahlreiche Attraktionen an einem Ort. Wer dem Trubel der Großstadt entfliehen möchte, findet in dieser kleinen Stadt ein ansprechendes Ausflugsziel.
Beeskow: Ein Ort mit Geschichte und Charme
Rund 80 Kilometer südöstlich von Berlin gelegen, bietet Beeskow eine reiche Geschichte, einen Blick auf die Spree und ein mittelalterliches Ambiente. Bereits im Mai 1862 bemerkte der Schriftsteller Fontane in seinem Tagebuch, dass Beeskow „nicht so schlimm ist, wie es klingt“. Tatsächlich hat die Kreisstadt im Landkreis Oder-Spree viel zu bieten. Die malerischste Kleinstadt, die du ab Berlin in einer guten Stunde erreichst, ist ebenfalls ein beliebtes Ziel in der Nähe.
Die Gründung Beeskows geht auf das 13. Jahrhundert zurück, als sich die Stadt um eine strategisch gelegene Spreeinsel entwickelte. Dort steht die Burg Beeskow, das älteste erhaltene Bauwerk der Stadt, die erstmals 1316 urkundlich erwähnt wurde. Ursprünglich gehörte die Wasserburg den Herren von Strehle, den damaligen Besitzern der Herrschaft Beeskow-Storkow. Vom Bergfried aus hat man einen weiten Blick über Beeskow und die umliegende Spreelandschaft.
Die Burg Beeskow: Von der Verwaltung zur Kulturstätte
Über 300 Jahre diente die Burg als Verwaltungszentrum und blieb bis 1915 im Besitz der Hohenzollern. Anschließend übernahm die Stadt Beeskow das Gelände. Der Ostflügel wurde 1945 durch Kriegseinwirkungen beschädigt, doch der Großteil der Burg blieb erhalten. Heute fungiert die Burg als Kulturzentrum mit einem Museum, einem Kunstarchiv und einem Aussichtsturm. An vier Terminen im Jahr finden Burgfeste statt.
Die Burg ist von Oktober bis März dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet, während sie von April bis September dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr zugänglich ist. Montags bleibt sie geschlossen. Der Eintrittspreis für eine Tageskarte beträgt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro. Für die Ausstellungen und Museen wird ein zusätzlicher Eintritt erhoben, und Führungen können ebenfalls gebucht werden.
Beeskow: Historische Erkundungen und malerische Gassen
Der historische Stadtkern von Beeskow wird auf drei Seiten von einer weitgehend restaurierten Stadtmauer umgeben, die noch alte Bastionen und Türme aufweist. Von den einst drei Stadttoren, dem Luckauer Tor im Süden, dem Frankfurter Tor im Osten und dem Luckenwalder Tor im Norden, ist jedoch nichts mehr erhalten.
Der Fischerkietz, ein Viertel auf einer von der Spree umgebenen Insel, ist von dort aus gut zu erreichen. Hier siedelten einst die Fischer, und heute gehört der Fischerkietz zu den ältesten Teilen der Stadt Beeskow. Die malerischen Kopfsteinpflasterstraßen und kleinen Gassen laden zu einem Spaziergang ein.
Die St. Marienkirche: Ein architektonisches Highlight
Im Herzen der Altstadt erhebt sich die St. Marienkirche, ein spätgotischer Backsteinbau, der durch klare Linien und seine beeindruckende Größe auffällt. Die Kirche ist etwa 60 Meter lang und fast 34 Meter breit, während der Westturm eine Höhe von rund 47 Metern erreicht.
Die Kirche wurde im 14. Jahrhundert erbaut und erlitt mehrfach Schäden durch Blitzeinschläge und Stadtbrände. Die schwerste Zerstörung erfuhr sie jedoch während des Zweiten Weltkriegs.
In der Kirchgasse befindet sich das „Älteste Haus“ der östlichen Mark Brandenburg. Ein Stadtbrand im Jahr 1513 führte zu Schäden am Nebengebäude, das mittlerweile denkmalgerecht saniert wurde.
Schwielochsee: Freizeitmöglichkeiten in der Umgebung
Ein Tagesausflug nach Beeskow lässt sich gut gestalten: Starten Sie an der Burg, erkunden Sie die Stadtmauer, schlendern Sie durch die Altstadt und den Fischerkietz, und wer möchte, kann einen Abstecher zum Spreeufer machen. Die Sehenswürdigkeiten sind nah beieinander, und zahlreiche Infotafeln bieten Orientierung.
Die gastronomische Auswahl in Beeskow ist eher bescheiden, jedoch solide. Am Marktplatz finden sich mehrere Restaurants und Cafés.
Für einen längeren Aufenthalt bietet sich ein Besuch am Schwielochsee an, der etwa 15 Autominuten südlich von Beeskow liegt und Möglichkeiten zum Baden und Bootfahren bietet. Wichtige Bahnstrecke länger gesperrt: Züge zwischen Hamburg und Berlin fahren erst ab Juni wieder.
Anreise nach Beeskow
Die Anreise aus Berlin gestaltet sich unkompliziert. Mit dem Auto fährt man über die A12 bis Fürstenwalde-West und von dort auf der B168 weiter nach Beeskow, was je nach Verkehr etwa 80 bis 90 Minuten in Anspruch nimmt. Auch per Bahn ist die Stadt gut erreichbar: Über Königs Wusterhausen (RE2 oder RE7 bis KW, dann RB36 Richtung Frankfurt/Oder) gelangt man nach Beeskow. Vom Bahnhof sind es etwa zehn Minuten Fußweg bis zur Burg. Wer früh startet, hat ausreichend Zeit für einen Rundgang, den Museumsbesuch und eine Kaffeepause, bevor es abends zurück nach Berlin geht.
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Bildquelle: ai-generated-gemini