Geheimdienste warnen vor Angriffen russischer Hacker auf Signal und WhatsApp
Die niederländischen Geheimdienste MIVD und AIVD haben Russland öffentlich für eine umfassende Cyberangriffswelle auf die Messaging-Dienste Signal und WhatsApp verantwortlich gemacht. In einem gemeinsamen Sicherheitshinweis erläutern sie, wie staatliche Akteure aus Russland versuchen, die Konten von Regierungsmitarbeitern, Militärangehörigen und Diplomaten weltweit zu übernehmen. Diese Angriffe stehen im Kontext der aktuellen Situation, in der Cyberangriffe: Deutschlands Wirtschaft unter Druck leidet.
Zu den betroffenen Personen zählen auch Mitarbeiter der niederländischen Regierung. Die Geheimdienste gehen davon aus, dass die Kampagne auch andere für den russischen Staat relevante Personen, wie Journalisten, ins Visier nimmt. In einigen Fällen haben die Angreifer bereits Zugang zu sensiblen Informationen erlangt.
- Betrug auf Telegram: Zahl der Opfer steigt um 233 Prozent.
- Messenger-Update: WhatsApp-Status bald auch für unbekannte Kontakte sichtbar.
Besonders auffällig an dieser Kampagne ist, dass die Angreifer keine Sicherheitslücken in den Anwendungen ausnutzen. Stattdessen setzen sie auf Social Engineering, also die gezielte Manipulation von Nutzern, und missbrauchen legitime Funktionen der Messenger-Dienste. Simone Smit, Generaldirektorin der AIVD, hebt hervor, dass es sich nicht um eine generelle Kompromittierung von Signal oder WhatsApp handelt, sondern dass gezielt einzelne Nutzerkonten angegriffen werden.
Angriffswege: Fake-Chatbot und QR-Code
Die Angreifer nutzen zwei Hauptmethoden, um ihre Ziele zu erreichen. Bei der ersten Methode geben sie sich als offizieller Support-Chatbot von Signal aus. Die Opfer erhalten Nachrichten, in denen angebliche verdächtige Aktivitäten auf ihrem Konto gemeldet werden. Um das Konto zu schützen, sollen sie einen Verifizierungscode sowie ihre Signal-PIN angeben. Sobald die Opfer diese Informationen preisgeben, übernehmen die Angreifer das Konto, verknüpfen es mit einer eigenen Telefonnummer und erhalten Zugriff auf Kontaktlisten sowie alle zukünftigen Nachrichten, auch in Gruppenchats.
Die zweite Methode besteht darin, dass die Täter die Opfer dazu bringen, einen QR-Code zu scannen oder einem Link zu folgen. Dies verknüpft das Gerät der Angreifer mit dem Konto des Opfers. Über die Funktion für verknüpfte Geräte können die Angreifer dann sämtliche ein- und ausgehenden Nachrichten mitlesen und teilweise sogar im Namen des Opfers kommunizieren. Das Opfer bleibt dabei oft unwissend über den Fremdzugriff. Laut den Geheimdiensten gilt diese Methode sowohl für Signal als auch für WhatsApp.
Reaktionen von Signal und BSI
Die Signal Foundation hat sich in sozialen Medien zu den Vorfällen geäußert. Sie betont, dass die Verschlüsselung und Infrastruktur von Signal nicht kompromittiert wurden und weiterhin zuverlässig sind. Die Organisation beschreibt die Angriffe als Phishing-Kampagnen, die darauf abzielen, Nutzern Informationen zu entlocken. Sie stellt klar:
„Signal Support wird niemals über In-App-Nachrichten, SMS oder soziale Medien Kontakt aufnehmen, um nach deinem Bestätigungscode oder deiner PIN zu fragen.“
Wer eine solche Nachricht erhält, hat es demnach mit einem Betrüger zu tun.
Die Warnung der niederländischen Geheimdienste folgt auf eine frühere Mitteilung des deutschen Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das bereits im Februar 2026 vor ähnlichen Angriffen auf Signal gewarnt hatte. Das BSI vermutete damals „wahrscheinlich staatlich gesteuerte Cyberakteure“ hinter den Angriffen, nannte jedoch keine konkreten Akteure. In diesem Zusammenhang ist auch der Vorfall zu erwähnen, bei dem der Iran offenbar ein deutsches Feldlager angreift.
Empfehlungen für Nutzer
Die Geheimdienste empfehlen den Nutzern, regelmäßig die Liste der mit ihrem Konto verbundenen Geräte zu überprüfen und unbekannte Einträge sofort zu entfernen. Bei Signal erfolgt dies über das Profilsymbol, bei WhatsApp über die drei Punkte im Menü unter „Verknüpfte Geräte“. QR-Codes sollten nur gescannt werden, wenn man selbst ein neues Gerät verknüpfen möchte.
Unaufgeforderte Einladungen zu Gruppenchats von unbekannten Kontakten sollten ignoriert werden. Wer in einer Gruppe einen Kontakt doppelt sieht oder einen unbekannten Namen bemerkt, sollte dies über einen anderen Kommunikationskanal, wie Telefon oder E-Mail, überprüfen und den Gruppenadministrator informieren.
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Bildquelle: ai-variation-gemini