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US-Bundesstaat Alabama: 75-Jähriger Todeskandidat vor Hinrichtung verschont

Ein 75-jähriger Todeskandidat in Alabama wird kurz vor seiner Hinrichtung begnadigt. Gouverneurin Kay Ivey wandelt seine Strafe in lebenslange Haft um, nachdem Proteste und neue Erkenntnisse über den Fall aufkamen.

US-Bundesstaat Alabama: 75-Jähriger Todeskandidat vor Hinrichtung verschont
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Alabama: 75-Jähriger Todeskandidat vor Hinrichtung bewahrt

Im US-Bundesstaat Alabama wurde einem 75-jährigen Mann die Todesstrafe erlassen. Der Fall hatte bereits seit längerer Zeit für öffentliche Proteste gesorgt.

Die republikanische Gouverneurin Kay Ivey hat die Todesstrafe für den Häftling Charles „Sonny“ Burton in eine lebenslange Freiheitsstrafe ohne Möglichkeit auf Bewährung umgewandelt. Dies ist das zweite Mal seit ihrem Amtsantritt im Jahr 2017, dass Ivey einem Todeskandidaten Gnade gewährt.

Burton sollte ursprünglich am Donnerstag dieser Woche mit Stickstoffgas hingerichtet werden, obwohl er zum Zeitpunkt des Verbrechens, für das er verurteilt wurde, nicht am Tatort anwesend war. Er wurde 1991 wegen eines Raubüberfalls auf ein Geschäft verurteilt, bei dem ein Kunde erschossen wurde. Später stellte sich jedoch heraus, dass ein anderer Mann, Derrick DeBruce, das Opfer erschossen hatte, während Burton bereits nicht mehr vor Ort war. Diese komplexe Situation erinnert an andere Fälle, wie den Fall eines Kandidaten, der trotz Mordanklage eine Vorwahl gewann.

Tochter des Opfers setzt sich für Gnade ein

Auch DeBruces Todesurteil wurde in einer Berufungsverhandlung in eine lebenslange Haftstrafe ohne Möglichkeit der Bewährung umgewandelt. Gouverneurin Ivey erklärte in einer Stellungnahme, dass sie Burton nicht mit der Höchststrafe bestrafen könne, insbesondere da der tatsächliche Täter, DeBruce, ebenfalls von der Todesstrafe verschont bleibe.

„Ich bin fest davon überzeugt, dass die Todesstrafe eine gerechte Strafe für die abscheulichsten Straftäter der Gesellschaft ist“, sagte Ivey. „Damit die Todesstrafe jedoch weiterhin in Alabama angewendet werden kann, muss sie in jedem einzelnen Fall fair und verhältnismäßig sein.“

In den letzten Monaten hatte Burtons Fall landesweit Aufmerksamkeit erregt. Zahlreiche Befürworter und Experten im Strafrecht hatten sich gegen seine Hinrichtung ausgesprochen. Vor einer Woche versammelten sich Demonstranten vor dem Büro der Gouverneurin, um Ivey dazu zu bewegen, Burtons Leben zu verschonen. Sogar die Tochter des Opfers, Tori Battle, äußerte in einem Kommentar in einer Lokalzeitung den Wunsch, Burtons Strafe zu mildern und ihm das Leben zu lassen. Dies erinnert an den brutalen Mordfall in Bonn, der vor 33 Jahren geschah.

Öffentliche Reaktionen und Proteste

Die Entscheidung der Gouverneurin, Burtons Todesstrafe in eine lebenslange Haftstrafe umzuwandeln, wurde von vielen als ein Schritt in die richtige Richtung angesehen. Die öffentliche Debatte über die Todesstrafe in den USA ist nach wie vor intensiv, und viele Menschen fordern eine Reform des Systems.

Die Diskussion über die Gerechtigkeit der Todesstrafe und die Möglichkeit von Fehlurteilen bleibt ein zentrales Thema in der amerikanischen Gesellschaft. Burtons Fall hat erneut die Frage aufgeworfen, inwieweit das Rechtssystem in der Lage ist, Gerechtigkeit zu gewährleisten, insbesondere in Fällen, in denen die Beweise und die Umstände des Verbrechens umstritten sind. Ein weiterer tragischer Vorfall, der zeigt, wie unvorhersehbar das Leben sein kann, ist der Tod eines Mathematik-Lehrers nach einem Klopapierstreich.

Die Gouverneurin Ivey hat in der Vergangenheit bereits 25 Hinrichtungen unterzeichnet, was ihre Position zur Todesstrafe unterstreicht. Dennoch zeigt der Fall Burton, dass es auch innerhalb der politischen Führung des Bundesstaates unterschiedliche Meinungen über die Anwendung der Todesstrafe gibt.

Die Entscheidung, Burton zu verschonen, könnte möglicherweise Auswirkungen auf zukünftige Fälle haben und die Diskussion über die Todesstrafe in Alabama und darüber hinaus weiter anheizen.

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