Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe in Berlin hat einen bedeutenden Schritt zur Förderung der Elektromobilität unternommen. In Zusammenarbeit mit der BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH, den Berliner Stadtwerken und der Berliner Agentur für Elektromobilität eMO wurden seit dem Sommer des vergangenen Jahres an fünf landeseigenen Liegenschaften insgesamt 61 öffentlich zugängliche Ladepunkte installiert. Diese Initiative zielt darauf ab, die Elektromobilität in der Hauptstadt zu fördern und einen Beitrag zur angestrebten Klimaneutralität bis 2045 zu leisten.
Die neuen Ladepunkte umfassen sowohl Normallade- als auch Schnellladeinfrastruktur und befinden sich an verschiedenen Standorten, darunter Bezirksämter, eine Kfz-Zulassungsstelle, ein Museum und ein Gewerbegebiet. Diese Einrichtungen sind nicht nur für die Mitarbeitenden und Besucher zugänglich, sondern auch für Anwohner, was den Umstieg auf Elektrofahrzeuge erleichtert.
Staatssekretär Dr. Severin Fischer von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe betont die Bedeutung der landeseigenen Liegenschaften für den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Er hebt hervor, dass die Mobilitätswende nur dann erfolgreich sein kann, wenn sie im Alltag funktioniert. Das Pilotprojekt ist Teil einer umfassenden Strategie zur Schaffung von Ladeinfrastruktur an Orten, wo sie benötigt wird, und unterstützt auch Wohnungsunternehmen und -genossenschaften beim Aufbau von Ladepunkten. Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik ist Berlin so sicher wie seit 10 Jahren.
Dr. Matthias Hardinghaus, Geschäftsführer der BIM, hebt hervor, dass die schnelle Umsetzung der 61 Ladepunkte in komplexen Bestandsliegenschaften zeigt, dass Ladeinfrastruktur zügig realisiert werden kann. Die BIM plant, das Projekt fortzusetzen und weitere Standorte zu erschließen, um die technischen Voraussetzungen für eine moderne Nutzung der landeseigenen Gebäude zu schaffen.
Chris Werner, Geschäftsführer der Berliner Stadtwerke, betont die langjährige Zusammenarbeit mit der BIM zur energetischen Modernisierung landeseigener Liegenschaften. Diese Kooperation soll auch im Bereich der Ladeinfrastruktur intensiviert werden, um die Entwicklung in Berlin weiter voranzutreiben.
Gernot Lobenberg von der Berliner Agentur für Elektromobilität eMO beschreibt das Projekt als wichtigen Schritt zur Förderung der Elektromobilität in der Stadt. Mit über 39.000 Ladepunkten in Berlin, von denen 7.100 öffentlich zugänglich sind, wird die Stadt weiterhin eine Vorreiterrolle einnehmen. Die neuen Standorte sind der Beginn der Öffnung landeseigener Flächen für Drittanbieter, wobei die eMO diesen Prozess mit Bedarfsanalysen und Fachwissen unterstützen wird.
Für das Pilotprojekt hat die Senatswirtschaftsverwaltung eine Vollfinanzierung von bis zu 1,4 Millionen Euro bereitgestellt, um die Handlungsfähigkeit der Stadt zu stärken und Erfahrungen für den weiteren Ausbau zu sammeln. Ab 2026 sollen private Betreiber in das Projekt eingebunden werden, um die Ladeinfrastruktur wettbewerbsorientiert und flächendeckend auszubauen und somit mehr Standorte für die Bevölkerung zugänglich zu machen.
Das Projekt ist Teil der Gesamtstrategie zur Ladeinfrastruktur, die im April 2024 vom Senat beschlossen wurde. Derzeit gibt es in Berlin einen öffentlichen Ladepunkt auf etwa 12 Elektroautos, was über dem Bundesdurchschnitt liegt. Die Stadt verfolgt ambitionierte Ziele, um bis 2045 klimaneutral zu werden, wobei die Elektrifizierung des Verkehrs eine zentrale Rolle spielt.
Aktuell sind in Berlin rund 90.000 Elektrofahrzeuge zugelassen, darunter 78.000 E-Pkw. Mit über 7.100 öffentlich zugänglichen Ladepunkten ist das Angebot gut aufgestellt. Zusammen mit privaten Ladepunkten erreicht Berlin eine installierte Ladeleistung von 440 Megawatt. Der Bedarf an Ladeinfrastruktur wird jedoch mit jeder Neuzulassung steigen, und Prognosen deuten auf eine benötigte Ladeleistung von bis zu 2 Gigawatt bis 2030 hin.
„`
Bildquelle: George Frewat auf Pexels