In der Sitzung des Senats am 24. März 2026 wurde der Masterplan für Brücken, der bis zum Jahr 2040 gilt, beschlossen. Die Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Ute Bonde, stellte den Plan vor und betonte die Bedeutung der Brücken für die Stadt Berlin. Diese Bauwerke verbinden nicht nur verschiedene Verkehrswege, sondern auch Menschen und Stadtteile. Sie sind essenziell für die Mobilität, die Wirtschaft und den Tourismus und prägen das Stadtbild durch ihre Ingenieurbaukunst.
Der Masterplan hat das Ziel, die Brückeninfrastruktur in Berlin langfristig zu sichern, zu modernisieren und zukunftsfähig zu gestalten. Aktuell befinden sich im Verantwortungsbereich des Landes Berlin 1.047 Brücken, die als Rückgrat der Verkehrsinfrastruktur fungieren. Diese Brücken sind für alle Verkehrsarten von Bedeutung, einschließlich des Auto- und Schwerlastverkehrs, des Rad- und Fußverkehrs sowie des öffentlichen Nahverkehrs.
Ein erheblicher Teil dieser Brücken ist jedoch in einem schlechten Zustand. Viele der Bauwerke sind über 100 Jahre alt und erfüllen nicht mehr die heutigen Anforderungen. Die aktuellen Bewertungen zeigen, dass lediglich 19 Prozent der Brücken in einem guten oder sehr guten Zustand sind. Der Rest benötigt entweder regelmäßige Instandhaltungsmaßnahmen oder muss ersetzt werden. Dies hat bereits zu Lastbeschränkungen, Sperrungen und Verkehrseinschränkungen geführt, wie etwa bei der wichtigen Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin.
Um die Sicherheit der Brücken zu gewährleisten, sind kontinuierliche und systematische Kontrollen sowie priorisierte Instandhaltungsmaßnahmen erforderlich. Zudem dauern die Planungs- und Genehmigungsverfahren im Infrastrukturbereich im Durchschnitt mindestens zehn Jahre, was die Umsetzung von Projekten erheblich verzögert. Die Bauzeiten erstrecken sich über mehrere Jahre und sind in Teilprojekte untergliedert, die unterschiedliche Zuständigkeiten haben. Daher besteht ein dringender Handlungsbedarf.
Der beschlossene Masterplan Brücken 2025 bis 2040 stellt einen grundlegenden Strategiewechsel in der Brückenbaupolitik dar. Er setzt auf eine Priorisierung durch einen systematischen und nachhaltigen Abbau des Instandsetzungsrückstaus, eine Beschleunigung der Verfahren sowie die Digitalisierung im Bauwerksmanagement. Zudem wird auf Nachhaltigkeit geachtet, um die Sicherheit, Dauerhaftigkeit und Funktionsfähigkeit der Infrastruktur zu gewährleisten. Ziel ist es, die Brückeninfrastruktur in Berlin zukunftsfähig zu gestalten und somit die Mobilität, Wirtschaftskraft und Lebensqualität in der Stadt zu sichern.
Die Grundlage des Masterplans bildet eine umfassende Bestandsanalyse der Brückenbauwerke in Berlin, die im Juni 2025 abgeschlossen wurde. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit von etwa 175 Ersatzneubauten und 125 größeren Instandsetzungsmaßnahmen in den nächsten 15 Jahren. Die geschätzten Investitionskosten für diese Maßnahmen belaufen sich auf rund 1,84 Milliarden Euro. Bereits im Doppelhaushalt 2026/2027 wurde das Investitionsvolumen für den Brückenbau angepasst. Die laufende Fortschreibung der Investitionsplanung bis 2030 soll die erforderlichen Mittel für die notwendigen Baumaßnahmen bereitstellen. Dabei sollen auch Fördermittel der EU und des Bundes sowie öffentlich-private Partnerschaftsmodelle genutzt und ausgebaut werden. Zudem zeigt die polizeiliche Kriminalstatistik, dass Berlin so sicher ist wie seit 10 Jahren.
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Bildquelle: anna-m. w. auf Pexels