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Durchsuchungen in Berlin: Ermittlungen nach Stromsaboteuren intensiviert

Nach einem schweren Stromanschlag in Berlin-Johannisthal, der im September 2025 50.000 Haushalte lahmlegte, führt die Polizei nun umfassende Razzien gegen Verdächtige aus der linksextremistischen Szene durch. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf namentlich bekannte Beschuldigte, während die Si…

Durchsuchungen in Berlin: Ermittlungen nach Stromsaboteuren intensiviert
Lear 21 via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Berlin – In einem umfassenden Einsatz gegen mutmaßliche Stromsaboteure hat die Polizei in Berlin am Dienstagmorgen zahlreiche Durchsuchungen durchgeführt. Diese richten sich gegen Personen aus der linksextremistischen Szene, die im Zusammenhang mit einem Sabotageakt im September 2025 stehen sollen.

„Die Maßnahmen betreffen namentlich bekannte Beschuldigte“, erklärte Alan Bauer, Sprecher der Berliner Generalstaatsanwaltschaft. Bislang wurden keine Festnahmen verzeichnet. Zeitgleich zu den Durchsuchungen in Berlin finden auch Razzien in Düsseldorf, Hamburg und Brandenburg statt. Die Verdächtigen sollen Verbindungen zur linksextremistischen Bewegung haben.

Berichterstatter konnten am frühen Morgen einen Einsatz in einer „Anarchistischen Bibliothek“ an der Reichenberger Straße in Berlin-Kreuzberg beobachten. Auch in der Schererstraße im Stadtteil Wedding kam es zu einem Einsatz. Insgesamt wurden in der Hauptstadt 14 Durchsuchungen durchgeführt, unter anderem in den Bezirken Treptow-Köpenick, Neukölln und Pankow. Ziel ist es, Beweismaterial im Zusammenhang mit dem Stromausfall im September 2025 zu sichern.

Ermittlungen der „Gruppe Spannung“

Die „Ermittlungsgruppe Spannung“ des Landeskriminalamtes hat in den vergangenen Monaten zahlreiche Spuren verfolgt, Tatverdächtige identifiziert und Zusammenhänge aufgeklärt. Benjamin Jendro von der Gewerkschaft der Polizei Berlin äußerte sich dazu: „Wir sprechen von einer heterogenen Szene, die international vernetzt, gut organisiert und strategisch vorgeht. Sie profitieren von unzureichenden rechtlichen Rahmenbedingungen, wie der überfälligen Ausweitung der Quellen-Telekommunikationsüberwachung und der Nutzung KI-basierter Technologien.“ In diesem Kontext ist auch die Aufklärung eines ähnlichen Kriminalfalls von Interesse.

Innensenatorin betont Entschlossenheit

Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) betonte: „Die heutigen Durchsuchungen verdeutlichen, dass wir jeden Hinweis mit höchster Priorität verfolgen. Wer unsere kritische Infrastruktur angreift, gefährdet die Sicherheit unserer gesamten Stadt. Das werden wir nicht tolerieren. Unsere Sicherheitsbehörden handeln entschlossen und rechtsstaatlich, um die Hintergründe des Angriffs auf das Stromnetz vollständig aufzuklären und mögliche weitere Gefahren abzuwenden.“

Stromausfall im Johannisthal

Am 9. September 2025 setzten unbekannte Täter im Johannisthal zwei Strommasten in Brand. Dies führte zu einem großflächigen Stromausfall, der 50.000 Haushalte und Gewerbebetriebe betraf. Besonders betroffen war der Technologiepark Adlershof, wo alle 1300 Unternehmen bis zum 11. September teilweise ohne Strom waren.

Am selben Tag erschien auf der linksextremistischen Plattform „indymedia“ ein Bekennerschreiben. Anonyme Autoren, die sich als „Einige Anarchist:innen“ bezeichneten, bekannten sich zu dem Brandanschlag, dessen Ziel vor allem das Technologiezentrum war. Laut dem Inlandsgeheimdienst benannten die Autoren auch kritische Infrastruktur (KRITIS) als Angriffsziel. In ihrem Schreiben heißt es: „Kritische Infrastruktur anzugreifen bedeutet, eine der Hauptadern der Unterwerfung des Menschen über den Menschen und der Natur anzugreifen.“ Sie propagierten den Anschlag als „effektive Systemunterbrechung“ und riefen andere dazu auf, es ihnen gleichzutun.

Zweiter Anschlag im Januar 2026

Am 3. Januar 2026 kam es zu einem weiteren Brandanschlag auf Stromleitungen an einer Kabelbrücke in Lichterfelde. Unbekannte Täter unterbrachen damit die Versorgung von 45.000 Haushalten und 2200 Betrieben im Berliner Südwesten. Viele Familien, Senioren und Pflegebedürftige mussten in Notunterkünfte ausweichen. Auch hier stehen linksextreme Gruppen im Verdacht. Nach dem Angriff tauchten mehrere Bekennerschreiben der sogenannten Vulkangruppe auf. Ob es einen Zusammenhang zwischen den beiden Anschlägen gibt, ist derzeit unklar.

Die Behörden haben eine Belohnung von einer Million Euro für Hinweise auf die Täter ausgesetzt.

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Bildquelle: Lear 21 via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

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