Der zweite Realisierungswettbewerb zur Bebauung des Areals in der historischen Mitte Berlins ist abgeschlossen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen hat diesen Wettbewerb in Zusammenarbeit mit der Wohnungsbaugesellschaft Berlin Mitte mbH (WBM) ausgeschrieben.
Struktur des zukünftigen Quartiers
Das geplante Quartier umfasst mehrere Blöcke. Die Blöcke A und B werden von der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Berlin Mitte (WBM) realisiert. Im November 2025 wurden im ersten Realisierungswettbewerb für den Teilbereich B/1 die Entwürfe ausgezeichnet. Der zweite Wettbewerb befasste sich mit dem gesamten Block A sowie dem verbleibenden Teilbereich B/2 im Block B entlang der Parochialgasse.
Vielfältige Entwürfe und Schwerpunkte
Die teilnehmenden Teams haben eine Vielzahl von gut gestalteten Entwürfen für die Bebauung am Molkenmarkt eingereicht. Ein zentrales Anliegen ist die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sowie attraktiven Angeboten für Kultur und Gewerbe. Der südliche Teil von Block B und der nördliche Teil von Block A sind vor allem für Wohn- und Gewerbenutzung vorgesehen, während der gesamte südliche Teil von Block A als Kulturbaustein fungieren soll. Hier ist ein multifunktionaler Gebäudekomplex für Kunstpräsentation und -produktion geplant, der das kulturelle Zentrum des Quartiers bilden wird.
Wettbewerbsablauf und Ergebnisse
Nach einem europaweiten Teilnahmewettbewerb zu Beginn des Jahres startete die Entwurfsphase mit der Ausgabe der Auslobung im Februar 2026. Die Teams, teilweise bestehend aus Kooperationen mehrerer Büros, bearbeiteten das Wettbewerbsgebiet, das in vier Planungsbereiche (Lose) unterteilt ist. Nach einer Bearbeitungszeit von etwa neun Wochen wurden im April 2026 für alle Lose jeweils zehn Entwürfe eingereicht. Das Preisgericht hob die hohe Qualität der eingereichten Arbeiten hervor.
Äußerungen der Verantwortlichen
Christian Gaebler, Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, betonte die Bedeutung des Wettbewerbs für die Blöcke A und B. Er bezeichnete das Ergebnis als wichtigen Schritt zur Schaffung eines lebendigen Quartiers, das bezahlbares Wohnen, kulturelle Einrichtungen und Gewerbe vereint. Petra Kahlfeldt, Senatsbaudirektorin, gratulierte den prämierten Teams und hob die planerische Exzellenz der Teilnehmer hervor. Lars Dormeyer, Geschäftsführer der WBM, bezeichnete das Ergebnis als großen Erfolg, der die Grundlage für mindestens 220 Wohnungen und rund 23.000 Quadratmeter Gewerbefläche schafft.
Preisverleihung und weitere Schritte
Die Jury, unter dem wechselnden Vorsitz von Prof. Jörg Springer, Prof. Antje Freiesleben, Kathrin Schmitz und Ferdinand Heide, prämierte in den jeweiligen Losen drei Teams. Für das Los 5 wurde eine Gestaltungsvorgabe für die umlaufende Arkade am Stadtplatz im Inneren von Block A ausgewählt.
Details zu den Preisen
Im Los 1 erhielt die Hemprich Tophof GvA mbH, Berlin, den ersten Preis in Höhe von 31.000 Euro. Im Los 2 wurde der erste Preis an die Ey Henkel Architektur GmbH, Berlin, vergeben. Im Los 3 erhielt P/E/P Architekten + Stadtplaner GmbH, Münster, den ersten Preis. Im Los 4 wurde der erste Preis an Lederer Ragnarsdóttir Architekten PartGmbB, Berlin, verliehen. Für das Los 5 wurde die Gestaltungsvorgabe des zweiten Loses ausgewählt.
Ausblick auf das weitere Verfahren
Die WBM plant, im Anschluss an die Jurysitzung ein Vergabeverfahren mit den prämierten Teams durchzuführen. Die Platzierung im Wettbewerb wird dabei ein zentrales Kriterium sein, ebenso wie die Organisation der weiteren Projektbearbeitung und das Honorarangebot der Preisträger. Die Zusammenarbeit zwischen den sieben beteiligten Architekturbüros wird für den weiteren Planungsprozess von Bedeutung sein.
Öffentliche Ausstellung der Entwürfe
Die Wettbewerbsentwürfe sollen voraussichtlich ab September 2026 in einer öffentlichen Ausstellung präsentiert werden. Der genaue Ort und Zeitpunkt werden rechtzeitig bekannt gegeben.
Quellen: berlin.de
Bildquelle: Daniil Zameshaev auf Unsplash