Exotische Tierarten in Berlins freier Natur
In der Umgebung von Berlin sind neben den häufig anzutreffenden Waschbären und Wildschweinen auch Wölfe zu finden. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl weiterer Tiere, die in der Hauptstadt leben und oft nicht erwartet werden.
Füchse, Waschbären und Wildschweine sind in Berlin alltäglich und suchen in der Stadt nach Nahrung. Doch die Liste der exotischen Tiere, die sich in der Hauptstadt niedergelassen haben, ist lang und umfasst viele bunte und seltene Arten. Ein Ausflug in die malerischste Kleinstadt, die du ab Berlin in einer guten Stunde erreichst, kann ebenfalls spannende Tierbeobachtungen bieten.
Schildkröten in Friedrichshain-Kreuzberg
Im Schwanenteich des Volksparks Friedrichshain sind seltene Schildkrötenarten anzutreffen, die in Berlin nicht heimisch sind: die Cumberland-Schmuckschildkröten. Diese Tiere stammen ursprünglich aus den Sumpfgebieten von Alabama und Mississippi in den USA. Es wird vermutet, dass sie ausgesetzt wurden. Ihre Population und die Überlebensfähigkeit in den kalten Wintern sind jedoch unklar.
Im Engelbecken in Kreuzberg leben ebenfalls Schildkröten, insbesondere die Rotwangen-Schmuckschildkröte, die aus Nordamerika stammt. Auch diese Tiere scheinen sich wohlzufühlen und vermehren sich, nachdem sie vermutlich ebenfalls ausgesetzt wurden.
Wilde Mufflons im Düppeler Forst
Im Düppeler Forst sind wilde Mufflons zu beobachten. Diese Wildschafe sind nicht ursprünglich heimisch, sondern stammen aus Korsika, Sardinien und Zypern. Seit dem frühen 20. Jahrhundert wurden sie in Deutschland ausgesetzt, zunächst für die Jagd und später in den 1950er-Jahren. Sie haben sich an die Umgebung angepasst, leben jedoch meist verborgen.
Gottesanbeterinnen in Schöneberg
Im Naturpark Südgelände, der auf dem ehemaligen Rangierbahnhof Tempelhof entstanden ist, haben sich Gottesanbeterinnen angesiedelt. In den Monaten Juni und Juli können diese teils handgroßen Insekten gesichtet werden. Ihre Tarnung in Braun oder Grün macht es jedoch schwierig, sie zu entdecken. Die genaue Größe der Population ist nicht bekannt.
Seeadler in Berlin
Der Seeadler, einer der seltensten Raubvögel Deutschlands, kehrte 2002 nach etwa einem Jahrhundert in die Hauptstadt zurück. Er war lange Zeit vom Aussterben bedroht. Aktuell sind in Berlin-Buch zwei Seeadler registriert, wie der NABU berichtet.
Farbenfrohe Zauneidechsen
Die Zauneidechse ist die häufigste Echsenart in Berlin, jedoch zunehmend gefährdet. Männliche Exemplare sind auffällig grün gefärbt, während die Weibchen graubraun sind. In Lichtenberg sind diese kleinen Sonnenanbeter auf nahezu jeder unberührten Naturfläche mit hohem Gras anzutreffen, sind jedoch sehr scheu und flink.
Fledermäuse in der Spandauer Zitadelle
Jährlich suchen etwa 10.000 Fledermäuse die Spandauer Zitadelle auf, um dort zu überwintern. Die Gewölbe bieten zahlreiche Versteckmöglichkeiten. Im Fledermauskeller können Besucher tropische Fledermäuse aus Südamerika beobachten, die dort durch erfolgreiche Nachzucht leben. Zudem gibt es Informationen über die heimischen Fledermausarten.
Exotische Mandarinente
Die Mandarinente, die in der Region Potsdam-Brandenburg die größte Population in Europa hat, stammt ursprünglich aus Ostasien. Diese Art ist in freier Wildbahn zu finden, nachdem einige Zierenten aus Gefangenschaft geflohen sind und sich verpaart haben. Männliche Mandarinenten sind durch ihr buntes Gefieder auffällig, während die Weibchen in schlichten Graubrauntönen gehalten sind.
Große Feldhasen in Berlin
Während Wildkaninchen in Berlin weit verbreitet sind, sind auch große Feldhasen zunehmend in der Stadt anzutreffen. Diese Tiere flüchten vor der zunehmenden Urbanisierung und suchen Nahrung in den städtischen Gebieten. Der Feldhase gilt als gefährdet und ist auf der Roten Liste der bedrohten Arten verzeichnet.
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