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Hilfsangebote für von Gewalt betroffene Frauen in Berlin

In Berlin bleibt ein Großteil der Gewalttaten gegen Frauen unentdeckt, da weniger als 10 Prozent angezeigt werden. Psychische Gewalt ist oft der Beginn gewalttätiger Beziehungen, was viele Frauen dazu bringt, ihre Erfahrungen aus Scham zu verschweigen.

Hilfsangebote für von Gewalt betroffene Frauen in Berlin
KI-generiert

In Berlin stehen verschiedenen Hilfsangebote für Frauen zur Verfügung, die von Gewalt betroffen sind. Eine aktuelle Dunkelfeldbefragung hat ergeben, dass in Deutschland nur ein kleiner Teil der Gewalttaten angezeigt wird. Weniger als 10 Prozent der Vorfälle werden zur Anzeige gebracht, bei sexualisierter oder häuslicher Gewalt liegt dieser Wert sogar unter 5 Prozent. Dies bedeutet, dass die Mehrheit der Betroffenen, die beispielsweise sexuelle Übergriffe oder Gewalt in Partnerschaften erleben, sich nicht an die Polizei wendet.

Psychische Gewalt als häufigster Beginn

Die Referentin der Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen, Nua Ursprung, erläutert, dass viele gewalttätige Beziehungen nicht mit körperlicher, sondern mit psychischer Gewalt beginnen. Laut der Dunkelfeldstudie haben fast 48,7 Prozent der Frauen in ihrem Leben psychische Gewalt in einer Partnerschaft oder Ex-Partnerschaft erfahren. Körperliche Gewalt hingegen betrifft etwa 16 Prozent der Frauen. Oft beginnen diese Erfahrungen schleichend, mit kleinen Beleidigungen oder Schuldzuweisungen, die sich im Laufe der Zeit verstärken können.

Scham und Angst als Hürden

Die Gründe, warum viele Betroffene nicht über ihre Erfahrungen sprechen, sind häufig von Scham geprägt. Frauen, die ein gleichberechtigtes Leben anstreben, fühlen sich oft schwach und geben sich selbst die Schuld für die erlittene Gewalt. In gewalttätigen Beziehungen sind die Frauen häufig manipulativem Verhalten ausgesetzt, was dazu führt, dass sie ihre eigene Wahrnehmung in Frage stellen.

Herausforderungen bei der Hilfesuche

Selbst wenn Betroffene sich der Gewalt bewusst sind, stehen sie oft vor großen Hürden, wenn es darum geht, Hilfe zu suchen. Drohungen, wie etwa die Androhung, die Kinder wegzunehmen oder sich selbst etwas anzutun, können die Entscheidung zur Anzeige erschweren. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Anzeige zu einer Verurteilung führt, gering, da oft Aussage gegen Aussage steht. Viele Betroffene fürchten auch, durch den langen Prozess retraumatisiert zu werden. Eine aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt, dass Berlin so sicher wie seit 10 Jahren ist, was die allgemeine Wahrnehmung von Sicherheit beeinflussen könnte.

Besondere Herausforderungen für Frauen mit Migrationshintergrund

Für Frauen mit Migrationsgeschichte kommen zusätzliche Ängste hinzu, wie die Sorge, durch eine Trennung abgeschoben zu werden, wenn ihr Aufenthaltsstatus an den ihres Partners gebunden ist.

Gewalt gegen Männer

Auch Männer und Jungen sind von Gewalt betroffen, jedoch ist das Thema oft mit Scham behaftet. Adir Jan Tekîn, Geschäftsführer des Vereins Hilfe-für-Jungs e. V., weist darauf hin, dass viele Männer sozialisiert werden, Hilfe als Schwäche zu betrachten. Laut der Dunkelfeldstudie haben 40 Prozent der Männer psychische Gewalt und 5,7 Prozent körperliche Gewalt erlebt. Männer, die Opfer von Gewalt sind, haben oft Schwierigkeiten, ihre Erfahrungen anzuerkennen und fühlen sich nicht ernst genommen. Ein Beispiel für solche Gewalt ist der Fall in Dänemark, wo ein Mann verdächtigt wird, ein Baby entführt zu haben.

Anlaufstellen für Betroffene in Berlin

Eine zentrale Anlaufstelle für Frauen, Lesben, intersexuelle, nicht-binäre, transsexuelle und Agender-Personen in Berlin ist die BIG-Hotline der Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen. Diese Hotline ist rund um die Uhr erreichbar und kann Betroffenen helfen, einen Platz in einem Frauenhaus zu finden oder sie an geeignete Beratungsstellen zu vermitteln. Zudem erhalten Betroffene Informationen über ihre rechtlichen Möglichkeiten, wie beispielsweise die Möglichkeit, Täter aus der gemeinsamen Wohnung zu verweisen.

Weitere Hilfsangebote in Berlin

Zusätzlich gibt es verschiedene Hilfsangebote für Frauen in Berlin, darunter das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen, das rund um die Uhr unter der Nummer 116 016 erreichbar ist, sowie das Frauenkrisentelefon und Fachberatungsstellen wie Frauenraum und Frauenberatung Tara.

Hilfsangebote für Männer

Für Männer, die von Gewalt betroffen sind, gibt es ebenfalls Unterstützung, wie das Hilfetelefon Gewalt an Männern, das unter 0800 1239900 rund um die Uhr erreichbar ist, sowie spezielle Projekte wie MUT Traumahilfe für Männer und MANEO, das schwule Anti-Gewalt-Projekt in Berlin.

Unterstützung durch das Umfeld

Freunde und Angehörige, die sich um jemanden sorgen, können sich ebenfalls an die BIG-Hotline wenden, um Rat zu erhalten, wie sie am besten Unterstützung anbieten können. Es ist wichtig, sensibel vorzugehen und den Betroffenen nicht unter Druck zu setzen, sondern ihnen zu zeigen, dass Hilfe verfügbar ist.

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Bildquelle: ai-generated-gemini

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