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Neuköllner Jugendclub nach schweren Vorwürfen vorerst geschlossen

Nach Vergewaltigungsvorwürfen bleibt ein Jugendclub in Berlin-Neukölln bis auf Weiteres geschlossen. Die zuständige Jugendstadträtin kündigte grundlegende Veränderungen und ein neues pädagogisches Konzept an, während die Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln.

Neuköllner Jugendclub nach schweren Vorwürfen vorerst geschlossen
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Nach schweren Vorwürfen der Vergewaltigung in einem Jugendzentrum in Berlin-Neukölln bleibt die Einrichtung bis auf Weiteres geschlossen. Dies wurde von der zuständigen Jugendstadträtin Sarah Nagel bekannt gegeben. Eine Wiedereröffnung könnte frühestens während der Sommerferien erfolgen, wobei grundlegende Veränderungen und ein neues pädagogisches Konzept erforderlich sind, so die Linke-Politikerin.

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Der Jugendclub wurde seit dem 13. März geschlossen, nachdem eine 16-Jährige von Jugendlichen Ende 2025 vergewaltigt und anschließend bedrängt worden sein soll. Die Polizei wurde erst durch die Anzeige des Vaters am 23. Februar informiert. Inzwischen ermitteln das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Berlin in diesem Fall. Diese Vorfälle erinnern an den Fall, bei dem ein Berliner Jugendklub soll Vergewaltigung vertuscht haben.

Weder die Einrichtung noch das zuständige Jugendamt des Bezirks Neukölln hatten zunächst eine Anzeige erstattet, was zu scharfer Kritik führte und personelle Konsequenzen nach sich zog. Laut Nagel wurde im Jugendamt eine Umsetzung vorgenommen, und weitere personalrechtliche Schritte werden im Rahmen der Aufklärung geprüft. Sie äußerte, dass im Jugendamt „gravierende fachliche Fehler“ gemacht wurden.

Schließung des Jugendclubs und politische Reaktionen

Die Bildungs- und Jugendsenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) hatte bereits in der vergangenen Woche im Bildungsausschuss des Landesparlaments auf die Situation hingewiesen. Sie forderte die Freistellung der Leiterin und der Mitarbeiter des Jugendamtes bis zur Klärung der Vorgänge und appellierte an Nagel, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Aktuell wird das Krisenmanagement im Jugendamt überarbeitet. In den Jugendclubs sollen Schutzkonzepte überprüft und verbessert werden. Die Mitarbeiter der Neuköllner Einrichtungen sollen in der Handhabung von Kinderschutzfällen, insbesondere bei sexualisierter Gewalt, geschult werden. Zudem soll klar geregelt werden, wer in solchen Fällen informiert werden muss. Eine externe Kommission wird die Abläufe überprüfen, wie Nagel ankündigte. Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie ist in diesen Prozess eingebunden.

Kritik an der Jugendstadträtin und weitere Entwicklungen

Die CDU-Fraktion in der Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hat die Abwahl der Linke-Stadträtin Nagel gefordert und einen entsprechenden Antrag eingereicht. Sie wirft der Jugendstadträtin „gravierende Versäumnisse“ vor. Auch die Grünen-Fraktion äußerte vor der BVV-Sitzung am Mittwoch Kritik an Nagel, möchte jedoch zunächst die für den 30. März geplante Sondersitzung des Jugendausschusses abwarten.

Nach Angaben des Bezirks wurde das Jugendamt am 28. Januar über die Vorfälle informiert, während Nagel als zuständige Stadträtin erst am 2. März davon erfuhr. Laut bisherigen Informationen entschied das Jugendamt zunächst, nur dann eine Strafanzeige zu stellen, wenn das Einverständnis des Opfers vorliegt, was jedoch widersprüchlich dargestellt wird.

Eine Erklärung von Mitarbeiterinnen des Mädchenzentrums, die die mutmaßlich vergewaltigte 16-Jährige betreuten, untermauert den Verdacht, dass der Vorfall nicht gemeldet wurde, um die muslimischen Täter nicht zu stigmatisieren. Dieses Schreiben wurde an den Senat, das Bezirksamt und den Jugendhilfeausschuss weitergeleitet. Aus dem Bericht geht hervor, dass die 16-Jährige regelmäßig mit einem Video erpresst wird, das die Tätergruppe von den Straftaten gemacht haben soll. Zudem wird berichtet, dass die Jugendlichen versuchten, die jüngere Schwester des Opfers zu einem Treffen zu bewegen.

Die 14-Jährige hat seit Anfang der Woche eine neue Schule besucht, während ihre ältere Schwester derzeit nicht zur Schule geht. Bildungssenatorin Günther-Wünsch betonte, dass ihr Ressort den Bezirk unterstützen werde, um der Familie die notwendige Hilfe zukommen zu lassen.

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