Ein neuer Bericht erhebt Vorwürfe gegen den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner. Während des Stromausfalls am 3. Januar 2026 soll er die Öffentlichkeit über sein Krisenmanagement in die Irre geführt haben.
Wegner, der der CDU angehört, hatte erklärt, er habe sich an diesem Tag in seinem Homeoffice in Kladow aufgehalten und intensiv an der Koordination der Krisensituation gearbeitet. Dabei nannte er Gespräche mit dem Bundeskanzleramt und dem Bundesinnenministerium. Laut Informationen einer Zeitung zeigen jedoch Unterlagen der Senatskanzlei, dass es vor seinem Tennismatch am Mittag keine derartigen Kontakte zur Bundesregierung gegeben hat. Diese Dokumente wurden nach einem Eilantrag vor dem Berliner Verwaltungsgericht veröffentlicht.
Austausch und Reaktionen auf Wegners Verhalten
Die Unterlagen belegen, dass Wegners Austausch am Vormittag lediglich aus einem kurzen Dialog per Textnachricht mit Innensenatorin Iris Spranger sowie Kontakten zur Senatskanzlei und Teilen des Krisenstabs bestand. Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey versuchte ebenfalls, Wegner am Vormittag zu erreichen, was jedoch nicht gelang. Sein Rückruf erfolgte erst gegen 12:45 Uhr.
Bereits zuvor war Wegner dafür kritisiert worden, dass er sich am ersten Tag des Blackouts nicht im betroffenen Stadtteil Zehlendorf zeigte. Stattdessen spielte er Tennis, zusammen mit Schulsenatorin Katharina Günther-Wünsch. Auf die Vorwürfe bezüglich seiner Aussagen in einem TV-Auftritt wollte die Senatskanzlei keine Stellungnahme abgeben.
Kritik an der Krisenbewältigung
Die Recherchen haben die Kritik an Wegners Krisenmanagement erneut angeheizt. Wener Graf, der Fraktionsvorsitzende der Berliner Grünen, äußerte, dass ein Stromausfall zwar vorkommen könne, jedoch ein Regierender Bürgermeister nicht versagen dürfe. Wegner habe seine Prioritäten falsch gesetzt, und die Tatsache, dass er anscheinend die Öffentlichkeit getäuscht hat, schade dem Vertrauen in seine Regierung und die Demokratie insgesamt.
Der Stromausfall in Berlin im Januar war der größte seit dem Zweiten Weltkrieg und betraf etwa 100.000 Menschen. In der Stadt herrschte tagelang Ausnahmezustand. Die Bundesanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen, da ein mutmaßlich linksextremistischer Brandanschlag als Ursache für den Ausfall gilt.
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Bildquelle: ai-generated-gemini