Steuerungskreis zur Transformation der Industrie tagt in Berlin
Der Steuerungskreis zur Transformation der Berliner Industrie hat unter der Leitung des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner und in Anwesenheit von Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke eine Sitzung abgehalten. Dabei wurden die gegenwärtige Situation der Industrie in Berlin und Brandenburg, die länderübergreifende Zusammenarbeit bei industriepolitischen Initiativen, die Arbeitsmarktlage sowie die föderale Modernisierungsagenda und Maßnahmen zur Reduzierung von Bürokratie erörtert. Die Veranstaltung fand im Werner-von-Siemens-Center for Industry and Science e.V. am Rohrdamm statt.
Herausforderungen und Chancen der industriellen Transformation
Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, betonte die Herausforderungen, die die Transformation der Industrie in der Metropolregion mit sich bringt. Er hob hervor, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen Berlin und Brandenburg notwendig sei, um die Unternehmen zu stärken und deren Weiterentwicklung zu fördern. Wegner nannte die Modernisierung und den Bürokratieabbau als entscheidende Faktoren für den Erfolg der Transformation. Dazu gehört die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren und die Etablierung digitaler, effizienter Verwaltungsprozesse. Ein weiteres Ziel ist der Ausbau des DefTech-Bereichs, wobei das regionale Ökosystem aus Start-ups, Industrie und Wissenschaft genutzt werden soll, um führende Sicherheits- und Verteidigungstechnologien zu entwickeln.
Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft
Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Brandenburg und Berlin. Er erklärte, dass der Austausch zwischen Politik, Wirtschaft sowie Vertretern von Arbeitgebern und Arbeitnehmern in der aktuellen Situation besonders wichtig sei. Woidke wies darauf hin, dass die Industrie in Brandenburg in den letzten Jahren positive Entwicklungen durchlaufen habe, jedoch vor Herausforderungen wie geopolitischen Spannungen, hohen Energiepreisen und wachsender Bürokratie stehe. Er forderte eine konsequente Fokussierung auf die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit durch bessere Infrastruktur, sinkende Energiekosten und verstärkten Bürokratieabbau.
Innovationsstrategie für die Hauptstadtregion
Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, äußerte sich erfreut über die Teilnahme von Ministerpräsident Woidke an der Sitzung des Steuerungskreises. Sie bezeichnete dies als ein starkes Zeichen für die gemeinsame Entwicklung der Hauptstadtregion. Giffey verwies auf die gemeinsame Innovationsstrategie, die derzeit überarbeitet wird. Die InnoBB 2035 soll die Grundlage für die zukünftige innovationspolitische Zusammenarbeit zwischen Berlin und Brandenburg bilden und soll noch vor der Sommerpause beschlossen werden.
Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit durch neue Technologien
Dr. Stefan Franzke, Geschäftsführer von Berlin Partner, hob die hervorragenden Voraussetzungen der Region für die aktive Gestaltung der industriellen Transformation hervor. Er nannte das starke Deep-Tech-Ökosystem sowie führende Unternehmen wie Siemens, Mercedes-Benz und BMW. Insbesondere im Bereich der Verteidigungs- und Sicherheitstechnologien sieht er neue Chancen für Innovation und Wertschöpfung. Franzke betonte die Notwendigkeit, etablierte Industrien und neue Technologien enger zu verknüpfen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Region nachhaltig zu stärken. Zudem ist die polizeiliche Kriminalstatistik ein wichtiger Aspekt, der die Sicherheit in der Region beeinflusst.
Gemeinsame Strategie für die Industrie
Alexander Schirp, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg, forderte eine gemeinsame Strategie für die Industrie, um die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu sichern. Er wertete die Teilnahme von Ministerpräsident Woidke an der Sitzung als wichtiges Signal für den Dialog zwischen beiden Ländern. Schirp betonte, dass Berlin und Brandenburg in Zukunftsbranchen besonders erfolgreich sein können, wenn sie ihre jeweiligen Stärken bündeln. Ein kürzlich veröffentlichtes Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft hebt das Potenzial von Bereichen wie digitaler Produktion, Raumfahrt, Sicherheits- und Verteidigungstechnologien sowie Life Sciences hervor.
Rolle der Beschäftigten in der Transformation
Nele Techen, stellvertretende Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg, betonte die Bedeutung der Beschäftigten für den Erfolg der industriellen Transformation. Sie forderte sichere Arbeitsplätze, Tarifbindung und Mitbestimmung als Grundlage für einen starken Industriestandort. Techen begrüßte die gemeinsame Sitzung des Steuerungskreises mit Brandenburg und forderte eine engere Verzahnung der Industriepolitik beider Länder in den Bereichen Innovation, Fachkräfte und Investitionen. Öffentliche Mittel sollten gezielt in Zukunftsbranchen, gute Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung investiert werden, um bestehende Arbeitsplätze zu sichern und neue Perspektiven zu schaffen.
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Quellen: berlin.de
Bildquelle: Sebastian Luna auf Pexels