Am 16. März 2026 stellte das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 vor. Polizeipräsidentin Dr. Claudia Strößner und Polizeivizepräsident Michael Haber präsentierten die aktuellen Zahlen und Entwicklungen während einer Pressekonferenz.
Allgemeine Kriminalitätslage
Im Jahr 2025 wurden im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West insgesamt 33.277 bereinigte Straftaten erfasst. Dies stellt einen Rückgang von -3,2 % im Vergleich zu 2024 dar und ist der niedrigste Stand seit einem Jahrzehnt, abgesehen von den pandemiebedingten Jahren. Die Aufklärungsquote stieg auf 70,8 %, was bedeutet, dass der Anteil der aufgeklärten Fälle an den registrierten Straftaten zugenommen hat. Die Häufigkeitszahl, die die Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner angibt, verringerte sich um 4,0 % auf 3.332.
Tatverdächtige
Insgesamt wurden 18.754 Tatverdächtige registriert, was einem Rückgang von -0,3 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Unter diesen befanden sich 7.314 Tatverdächtige ohne deutsche Staatsangehörigkeit sowie 1.871 Zuwanderer. Tatverdächtige sind Personen, gegen die aufgrund von Verdachtsmomenten polizeiliche Ermittlungen laufen. Zuwanderer sind Personen, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums nach Deutschland gekommen sind und gesondert erfasst werden.
Auslandstaten
Die Statistik verzeichnete insgesamt 9.076 Fälle von Auslandstaten, was einem Anstieg von etwa +15,5 % im Vergleich zu 2024 entspricht. Der Gesamtschaden belief sich auf nahezu 35 Millionen Euro, während die Aufklärungsquote in diesem Bereich mit 5,0 % niedrig blieb. Auslandstaten sind Straftaten, bei denen der Handlungsort des Täters im Ausland liegt, während der Erfolgsort in Deutschland ist. Diese Taten treten häufig digital im Internet auf, was die Ermittlungen erschwert.
Rauschgiftdelikte
Im Bereich der Rauschgiftdelikte wurden 1.547 Fälle registriert, was einem Rückgang von -21,5 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Gleichzeitig stiegen die Verstöße nach dem Konsumcannabisgesetz auf 493 Fälle deutlich an.
Gewaltkriminalität
Die Gewaltkriminalität sank auf 1.367 Fälle, was einem Rückgang von -10,7 % entspricht. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich liegt bei 86,5 %. Gewaltkriminalität umfasst Straftaten, die eine besondere Gewaltbereitschaft des Täters zeigen, wie Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Raub sowie gefährliche und schwere Körperverletzung.
Straßenkriminalität
Bei der Straßenkriminalität wurden 4.610 Fälle dokumentiert, was einem Rückgang von -8,3 % entspricht. Die Aufklärungsquote liegt bei 28,3 %. Die häufigsten Delikte in diesem Bereich sind Sachbeschädigungen mit 2.061 Fällen und Straßenraub mit 1.991 Fällen. Straßenkriminalität umfasst Straftaten, die überwiegend im öffentlichen Raum begangen werden.
Diebstahlsdelikte
Im Bereich Diebstahl wurden 8.245 Fälle erfasst, was einem Rückgang von -4,7 % entspricht. Der Beuteschaden belief sich auf rund 11,4 Millionen Euro, während die Aufklärungsquote bei 44,8 % lag.
Wohnungseinbruchsdiebstahl
Die Fälle von Wohnungseinbruchsdiebstahl stiegen moderat um +7,3 %. Gleichzeitig verbesserte sich die Aufklärungsquote auf 26,7 %, sodass etwa jeder vierte Fall aufgeklärt wurde. Bei den Tatobjekten handelte es sich in 36 % der Fälle um freistehende Einfamilienhäuser und in 26 % um Wohnungen in Mehrfamilienhäusern.
Callcenterbetrug
Die Anzahl der Callcenterbetrügereien stieg deutlich auf 1.447 Fälle, was einem Anstieg von +28,4 % entspricht. Der Vermögensschaden belief sich auf rund 2,2 Millionen Euro. Trotz intensiver Präventionsarbeit ist bislang keine Trendumkehr erkennbar. Im Jahr 2025 fanden 73 Vorträge durch polizeiliche Fachberater und 67 Vorträge durch Seniorenberater statt.
Detaillierte Informationen zur Polizeilichen Kriminalstatistik 2025, einschließlich landkreisbezogener Zahlen, sind im Sicherheitsbericht zu finden.
Der Sicherheitsbericht 2025 sowie der Tabellenteil mit regionalen Zahlen sind über einen entsprechenden Link abrufbar. Für Medienanfragen steht die Pressestelle des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West zur Verfügung.
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Bildquelle: ai-generated