Positive Sicherheitslage in Mittelfranken 2025
Am 17. März 2026 stellte das Polizeipräsidium Mittelfranken die Kriminalstatistik für das Jahr 2025 vor. Polizeipräsident Gernot Rochholz berichtete von der besten Sicherheitslage seit der Jahrtausendwende, abgesehen von dem Jahr 2021, das von der Corona-Pandemie geprägt war. Die Anzahl der Straftaten ist im zweiten Jahr in Folge gesunken, die Aufklärungsquote hat sich weiter verbessert und die Jugendkriminalität zeigt einen deutlichen Rückgang.
Statistische Entwicklungen im Überblick
Im Jahr 2025 wurden insgesamt 75.211 Straftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße registriert, was einem Rückgang von 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Inklusive ausländerrechtlicher Verstöße beläuft sich die Zahl auf 77.683, was einen Rückgang von 2,6 Prozent darstellt. Diese Entwicklung setzt den positiven Trend fort, der bereits im Vorjahr mit einem Rückgang von 8,0 Prozent begonnen hatte. Der Leiter des Sachgebiets E3 – Kriminalitätsbekämpfung, Holger Stein, wies darauf hin, dass die Zahl der bearbeiteten Straftaten auf dem niedrigsten Stand seit 25 Jahren liegt.
Häufigkeitszahlen und Aufklärungsquote
Die Häufigkeitszahl, die die erfassten Straftaten im Verhältnis zur Bevölkerung darstellt, fiel auf 4.188 Straftaten pro 100.000 Einwohner. Dies ist der niedrigste Wert seit der Jahrtausendwende, abgesehen von den Jahren 2020 und 2021. Das Risiko, in Mittelfranken Opfer einer Straftat zu werden, hat sich somit weiter verringert. Die Aufklärungsquote ohne ausländerrechtliche Verstöße stieg um 0,5 Prozentpunkte auf 66,6 Prozent, was bedeutet, dass die Polizei rund zwei von drei Straftaten aufklären konnte. Die Gesamtzahlen führten auch zu einer Reduzierung der Tatverdächtigen, die auf etwa 38.000 geschätzt werden.
Sicherheitsgefühl der Bevölkerung
Rochholz betonte die Bedeutung des Sicherheitsgefühls der Bürger. Trotz der positiven Statistiken fühlen sich viele Menschen an bestimmten Orten unsicher. Die Polizei möchte aktiv daran arbeiten, das Vertrauen der Bevölkerung zu stärken und als ansprechbare Bürgerpolizei wahrgenommen zu werden.
Entwicklung der Jugendkriminalität
Die Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren sank um 4,7 Prozent auf 7.309, was den niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre darstellt. Bei den Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren betrug der Rückgang sogar 9,2 Prozent. Holger Stein wies jedoch darauf hin, dass die Neigung einiger junger Menschen, Konflikte gewaltsam zu lösen, weiterhin besorgniserregend ist. Die Polizei verfolgt einen personenorientierten Ansatz, um frühzeitig in kriminelle Karrieren einzugreifen und arbeitet eng mit Partnern im Bereich der Jugendarbeit zusammen.
Rohheitsdelikte und Straßenkriminalität
Die Rohheitsdelikte, zu denen Körperverletzungen, Raub und Bedrohungen zählen, gingen um 1,1 Prozent zurück. Auch die Straßenkriminalität zeigte eine positive Entwicklung. Dennoch bleibt die Zunahme von Messerangriffen eine ernsthafte Herausforderung. Im Regierungsbezirk Mittelfranken wurden 443 Messerangriffe registriert, was einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Rochholz betonte die Ernsthaftigkeit dieser Entwicklung und kündigte Maßnahmen wie Waffenverbotszonen und verstärkte Polizeipräsenz an.
Kriminalität im Internet
Die Kriminalität im Internet erfordert zunehmend Aufmerksamkeit. Die Zahl der Auslandsstraftaten stieg auf 14.131, mit einem Vermögensschaden von etwa 75,8 Millionen Euro. Holger Stein erklärte, dass das Internet ein unreguliertes Umfeld für kriminelle Aktivitäten darstellt. Im Bereich Cybercrime verzeichnete die Polizei einen Anstieg von fast zehn Prozent, wobei 85 Prozent der Auslandsstraftaten auf Betrugsdelikte entfallen.
Erfolge im Bereich Callcenterbetrug
Ein positiver Aspekt ist der Rückgang der vollendeten Callcenterbetrugsfälle um 27,7 Prozent auf 266. Besonders bemerkenswert ist der Rückgang der Betrugsdelikte über Messengerdienste um 81,3 Prozent. Stein führte dies auf die langjährige Präventionsarbeit der Polizei zurück, wies jedoch darauf hin, dass der Vermögensschaden weiterhin hoch bleibt.
Zusammenarbeit und Herausforderungen
Die Polizei betont die Notwendigkeit einer übergreifenden Zusammenarbeit, da Straftäter mobil sind und keine Zuständigkeitsgrenzen kennen. Die Sicherheitslage wird in Kooperation mit benachbarten Polizeipräsidien und dem Nachbarland Baden-Württemberg bewertet, um schnell auf neue Phänomene reagieren zu können.
Auswirkungen der Cannabislegalisierung
Die Teillegalisierung von Cannabis hat weiterhin Auswirkungen auf die Rauschgiftdelikte. Trotz der gesetzlichen Regelungen bleibt ein Großteil des Cannabis auf dem Schwarzmarkt erhältlich. Dies erschwert die Bekämpfung der Kriminalität und begünstigt illegale Händler. Die Zahl der Rauschgifttoten stieg von 13 im Jahr 2024 auf 27 und liegt wieder im Mehrjahresdurchschnitt.
Fazit zur Sicherheitslage
Rochholz fasste die Ergebnisse zusammen und betonte die spürbare Verbesserung der Sicherheit vor Ort. Die Polizei in Mittelfranken hat die niedrigste Zahl an Straftaten seit der Jahrtausendwende erreicht. Stein ergänzte, dass die rückläufige Kriminalitätsentwicklung Spielräume für präventive und repressiven Maßnahmen bietet. Die Polizei sieht sich zusammen mit ihren Partnern gut aufgestellt für die Zukunft.
Weitere Informationen
Detailierte Informationen zur Kriminalitätsentwicklung in Mittelfranken sind im aktuellen Sicherheitsbericht 2025 verfügbar. Für einen umfassenden Überblick über die Sicherheitslage in Deutschland lohnt sich ein Blick auf die Polizeiliche Kriminalstatistik: Berlin so sicher wie seit 10 Jahren sowie auf Die Bayerische Polizei.
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