Fahrrad-Leasing: Auswirkungen auf Rente und Steuern
Die Bereitstellung eines Fahrrads durch den Arbeitgeber kann für Arbeitnehmer sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich bringen, insbesondere in Bezug auf die Rentenansprüche und steuerliche Aspekte. Mit dem nahenden Frühling wird es für viele Zeit, das Fahrrad aus dem Winterschlaf zu holen. Einige Beschäftigte erhalten ein solches Rad von ihrem Arbeitgeber, was zunächst als attraktiver Bonus erscheint, jedoch nicht immer ohne Kosten ist.
Variante 1: Überlassung des Dienstrads zusätzlich zum Gehalt
Die Überlassung eines Dienstrads ist dann kostenfrei, wenn es vom Arbeitgeber zusätzlich zum regulären Gehalt bereitgestellt wird, ohne dass der Arbeitnehmer auf einen Teil seines Bruttolohns verzichten muss. In diesem Fall müssen Beschäftigte keinen geldwerten Vorteil versteuern. Daniela Karbe-Geßler vom Bund der Steuerzahler erklärt, dass diese steuerfreie Überlassung die vorteilhafteste Lösung für Arbeitnehmer darstellt.
Es ist jedoch wichtig, dass diese Regelung klar im Arbeitsvertrag festgehalten wird. Der Arbeitgeber trägt sämtliche Kosten, einschließlich der Leasing- oder Mietraten sowie des Kaufpreises. Zudem fallen keine Sozialversicherungsabgaben auf die steuerfreie Überlassung an. E-Bikes, die eine motorische Unterstützung von bis zu 25 km/h bieten, sind ebenfalls begünstigt.
Allerdings gelten schnellere E-Bikes, wie S-Pedelecs oder Scooter, als Kraftfahrzeuge und unterliegen der Besteuerung wie E-Dienstwagen.
Variante 2: Entgeltumwandlung
In Deutschland ist das Leasingmodell, beispielsweise über Anbieter wie Jobrad oder Lease a Bike, weit verbreitet. Hierbei least der Arbeitgeber das Fahrrad, zahlt die monatlichen Raten und überlässt es dem Arbeitnehmer. Im Gegenzug verzichtet der Arbeitnehmer auf einen Teil seines Bruttogehalts, in der Regel in Höhe der Leasingrate. Dies führt zu einer Reduzierung des zu versteuernden Einkommens, wodurch auch die Lohnsteuer, die der Arbeitgeber einbehält, sinkt. Auch die Sozialabgaben verringern sich.
Allerdings greift in diesem Fall keine Steuerbefreiung. Ein Prozent von einem Viertel der unverbindlichen Preisempfehlung des Fahrradhändlers wird monatlich als geldwerter Vorteil angesetzt, den die Beschäftigten versteuern müssen. Zudem fallen Sozialversicherungsbeiträge auf diesen Betrag an. Arbeitgeber sind verpflichtet, für die Überlassung des Fahrrads Umsatzsteuer abzuführen.
Ein oft übersehener Aspekt ist, dass das geringere Bruttoeinkommen auch den späteren Rentenanspruch mindert. Da weniger Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt werden, kann dies langfristig zu finanziellen Einbußen führen. Bei einer typischen Leasingdauer von drei Jahren können die monatlichen Einbußen je nach Bruttoeinkommen und Fahrradpreis zwar gering sein, jedoch summieren sich diese Einbußen bei dauerhaftem Leasing. Auch andere Sozialleistungen wie Kurzarbeitergeld, Krankengeld und Arbeitslosengeld sind betroffen, da deren Höhe ebenfalls prozentual am Bruttoeinkommen bemessen wird. Arbeitnehmer sollten sich daher auch über die Rente mit 63 informieren, um die Auswirkungen auf ihre Altersvorsorge zu verstehen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Entscheidung für ein Dienstrad oder ein Leasingmodell sowohl steuerliche als auch rentenrechtliche Konsequenzen hat, die Arbeitnehmer sorgfältig abwägen sollten. Zudem sollten sie die Entwicklung bei den Krankenkassen im Auge behalten, da mehr Rentner und Teilzeitkräfte die Beiträge steigen lassen können.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Rückkehr in die GKV, die 2026 nicht mehr so einfach möglich sein wird. Arbeitnehmer sollten sich frühzeitig über ihre Optionen informieren.
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