Der aktuelle Stationsbericht 2025 für das Rheinland zeigt eine besorgniserregende Situation für die Bahnhöfe in Köln. Fünf Stationen der Stadt wurden in die niedrigste Bewertungsstufe eingestuft, was die Stadt zur am stärksten betroffenen im gesamten Verbundgebiet macht.
Der Bahnhof Köln-Ehrenfeld, an dem täglich etwa 12.400 Fahrgäste ein- und aussteigen, ist stark verschmutzt und weist zahlreiche Vandalismusschäden auf. Trotz Versuchen, mit künstlerischen Graffiti die triste Atmosphäre zu verbessern, bleibt der Bahnhof in einem schlechten Zustand. Neben Ehrenfeld sind auch die Bahnhöfe Chorweiler, Longerich, Frankfurter Straße und Airport/Businesspark betroffen.
Insgesamt wurden 195 Bahnhöfe im Rheinland bewertet, wobei die Ergebnisse in diesem Jahr die schlechtesten seit Beginn der Erhebungen darstellen. Die Anzahl der Bahnhöfe, die mit „sehr gut“ bewertet wurden, ist von 22 im Jahr 2024 auf nur noch zehn gesunken. Gleichzeitig stieg die Zahl der als inakzeptabel eingestuften Bahnhöfe von neun auf 16, was einem Anstieg von vier auf acht Prozent entspricht. 45 Prozent der bewerteten Stationen erhielten eine der beiden schlechtesten Noten. Sechs Bahnhöfe in der Eifel konnten aufgrund von Flutschäden nicht bewertet werden.
Die Deutsche Bahn hat zusammen mit go.Rheinland und dem Land Nordrhein-Westfalen etwa 22 Millionen Euro in die Reinigung der Bahnhöfe investiert. Die Beseitigung von Graffiti und Vandalismusschäden kostete zusätzlich einen einstelligen Millionenbetrag, wobei Schmierereien von einer Fläche von insgesamt 18.000 Quadratmetern entfernt wurden. Dies entspricht der Größe von drei Fußballfeldern. Zudem wurde der Einsatz von Sicherheitspersonal um 60 Prozent erhöht.
Trotz dieser Maßnahmen bleibt die Situation unbefriedigend. Ein Bahnsprecher äußerte, dass die Bemühungen durch die nahezu Verdopplung der Vandalismusfälle im Gebiet von go.Rheinland 2025 stark beeinträchtigt werden. Auch neu installierte Ticketautomaten, von denen 330 im vergangenen Jahr aufgestellt wurden, sind nicht vor Beschädigungen gefeit. Die Bewertungen für Aufzüge und Zugangsbereiche haben sich im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls verschlechtert.
Norbert Reinkober, Geschäftsführer von go.Rheinland, kündigte an, dass die Problemstationen gemeinsam mit der DB InfraGo genauer untersucht werden sollen. Dabei sollen Mitarbeiter die Bahnhöfe persönlich besichtigen, um gezielte Verbesserungsmaßnahmen zu entwickeln. Die oft unübersichtlichen Zuständigkeiten zwischen Bahnbetreibern, Kommunen und Infrastruktureigentümern stellen eine Herausforderung dar. Reinkober betonte die Notwendigkeit, die Verantwortlichkeiten klar zu definieren und alle Beteiligten einzubeziehen, um die Bewertungen zu verbessern.
Die Bahn hat ein Sofortprogramm angekündigt, das mehr Sicherheitspersonal, häufigere Reinigungen und schnellere Reparaturen umfasst. Im Rahmen eines Frühjahrsputzes sollen bis Ende Mai 200 Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen auf Vordermann gebracht werden, bundesweit sind es 1.400.
Beispiele für gut funktionierende Bahnhöfe sind der ICE-Bahnhof Siegburg/Bonn, der sowohl gut besucht als auch gut bewertet ist. Auch die kleine Station Heinsberg-Porselen, die täglich nur 40 Fahrgäste hat, wird als vorbildlich gepflegt angesehen. Für die Bahnhöfe in Köln sind solche Standards derzeit jedoch noch nicht erreicht. Wer einen Wochenendausflug von Köln plant, sollte sich auch die Umgebung anschauen.
Ein weiteres Beispiel für die Herausforderungen im Fußballbereich zeigt die Geschichte eines Fans, der 580 Kilometer ins falsche Stadion fuhr, anstatt das Spiel seiner Mannschaft zu sehen. Solche Missgeschicke sind nicht nur im Sport, sondern auch im öffentlichen Verkehr häufig zu beobachten.
Die Situation der Bahnhöfe wird durch die länger gesperrte Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin zusätzlich erschwert, was die Mobilität der Reisenden beeinträchtigt.
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