Der Kölner Politiker Roberto Campione, der Vorsitzende der Wählervereinigung Kölner StadtGesellschaft (KSG), hat entschieden, seinen Parteivorsitz vorübergehend ruhen zu lassen. Diese Maßnahme erfolgt im Zuge laufender Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, die sich mit schweren Vorwürfen gegen ihn befassen.
Die Staatsanwaltschaft Köln untersucht derzeit mögliche Insolvenzdelikte sowie mutmaßliche Bankrottstraftaten, die im Zusammenhang mit der Schließung des Parkcafés im Rheinpark in Deutz stehen. In diesem Verfahren sind zwei Personen, die zuvor für den Betrieb verantwortlich waren, betroffen. Berichten zufolge richtet sich das Verfahren gegen Campione und eine weitere Person.
Ermittlungen im Kontext der Kölner Lichter
Ein zentraler Aspekt der Ermittlungen ist eine Veranstaltung, die im letzten Jahr im Rahmen der Kölner Lichter stattfand. E-Mails sollen darauf hindeuten, dass Campione Einnahmen aus dieser Veranstaltung nicht ordnungsgemäß an den zuständigen Insolvenzverwalter weitergeleitet hat. Campione hatte das Parkcafé im Sommer 2022 gepachtet, während die Parkcafé GmbH & Co. KG im Mai des vergangenen Jahres Insolvenz anmeldete, und das Verfahren wurde im Juli eröffnet.
Campiones Anwalt, Christian Kerner, äußerte sich auf Anfrage nicht zu den spezifischen Vorwürfen und verwies auf das laufende Insolvenzverfahren. Campione selbst betonte am Donnerstag, dass die KSG für ihn von großer Bedeutung sei und er alles tun werde, um sie zu schützen. Bis zur Klärung der Vorwürfe wird der geschäftsführende Vorstand kommissarisch die Geschäfte der Partei führen.
Ratsmandat bleibt vorerst bestehen
Campione behält vorerst sein Ratsmandat. Er ist seit 2025 als einziger Mandatsträger der KSG im Kölner Stadtrat aktiv und hat sich mit der FDP zu einer Fraktion zusammengeschlossen. In der Vergangenheit bewarb er sich zweimal, 2020 und 2025, erfolglos um das Amt des Oberbürgermeisters. Die Ermittlungen befinden sich derzeit noch in einem frühen Stadium, und für Campione sowie die weitere betroffene Person gilt die Unschuldsvermutung. Die Wahl des Oberbürgermeisters in München könnte ähnliche politische Dynamiken aufzeigen.
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