Nach der Trennung von Lukas Kwasniok richtet der 1. FC Köln den Blick in die Zukunft. Sportchef Thomas Kessler hat in seiner Funktion als Verantwortlicher des Vereins erläutert, wie die nächsten Schritte nach dieser Entscheidung aussehen werden.
Am Tag nach dem Trainerwechsel beim 1. FC Köln musste Thomas Kessler erstmals die Gründe für die Trennung von Kwasniok darlegen. Bevor die Spieler am Montagnachmittag unter dem neuen Cheftrainer René Wagner trainierten, schilderte Kessler den Verlauf der Ereignisse des vergangenen Wochenendes.
Nach dem Unentschieden gegen Mönchengladbach hatte Kessler zunächst eine Nacht Bedenkzeit erbeten. Dennoch war bereits zu diesem Zeitpunkt klar, dass eine Entscheidung getroffen werden musste. „Wir haben uns dann am Sonntagmorgen am Geißbockheim getroffen, die Situation ganzheitlich analysiert und sind zu dem Entschluss gekommen, dass wir auf der Trainerposition etwas verändern wollen“, erklärte Kessler in einer Medienrunde.
Kwasniok erhielt keine Möglichkeit zur Verteidigung
Der entlassene Trainer Lukas Kwasniok hatte keine Gelegenheit, intern um seinen Posten zu kämpfen, obwohl er sich nach dem Derby kämpferisch zeigte. „Wir haben nicht mehr mit dem Trainer gesprochen, sondern uns im Kreis der sportlichen Führung ausgetauscht“, sagte Kessler. „Am Nachmittag habe ich den Trainer persönlich informiert.“ Nachdem die zuständigen Gremien zugestimmt hatten, suchte Kessler das Gespräch mit Kwasniok.
„Natürlich war er enttäuscht“, berichtete Kessler. „Wenn man Lukas wahrgenommen hat – an dieser Stelle auch noch mal vielen Dank für die Arbeit an Lukas und Frank Kaspari –, hat er sich sehr akribisch mit der Situation hier auseinandergesetzt. Er hat bis zum letzten Moment alles dafür getan, um die Saisonziele gemeinsam zu erreichen. Er hat dafür gekämpft. Dann ist eine Enttäuschung in so einem Moment völlig normal.“
Kessler hatte auf eine Wende gehofft
Trotz seines äußeren Auftretens dürfte Kwasniok die Entwicklung geahnt haben. „In dem Moment gab es keine Diskussionen mehr“, berichtete Kessler. „Es gebührt der Respekt, dass man sich persönlich zusammensetzt. Ich habe Lukas das sehr sachlich mitgeteilt. Wir haben uns dann noch vernünftig ausgetauscht. Es ist kurz nach so einer Entscheidung natürlich nicht ganz so einfach, lange zu sprechen, aber wir haben uns schon eine Zeit lang zusammengesetzt und uns über Punkte ausgetauscht.“
Kessler hatte bis zuletzt auf eine sportliche Wende gehofft. „Ich habe bis zum Ende daran geglaubt, dass wir den Turnaround schaffen und wieder ein Fußballspiel gewinnen können. Es hat nicht viel gefehlt, aber am Ende hat eben doch etwas gefehlt.“ Nach sieben Spielen ohne Sieg und nur zwei Erfolgen aus den letzten 18 Bundesliga-Partien musste der Sportchef jedoch ein anderes Fazit ziehen.
Interne Maßnahmen zur Verbesserung
Besonders bedenklich war, dass der FC in den letzten Wochen auch gegen direkte Konkurrenten aus der unteren Tabellenhälfte keine Siege einfahren konnte. „Wir hatten in den letzten Wochen schon die Chance, gegen direkte Konkurrenten Siege einzufahren, gerade zu Hause gegen Borussia Mönchengladbach. Das haben wir leider nicht geschafft und dafür gibt es natürlich Gründe.“ Ein zentrales Problem sei die fehlende Balance gewesen. „Wenn du drei Tore zu Hause gegen Gladbach schießt, solltest du in der Lage sein, das Spiel zu gewinnen.“
Am Montag übernahmen René Wagner und der neu verpflichtete Armin Reutershahn das Training. Das Duo leitete die erste Einheit und strich mehrere freie Tage, die den Spielern ursprünglich gewährt werden sollten. In dieser Woche wird bis einschließlich Freitag trainiert, bevor die Spieler das Wochenende frei bekommen. Zudem wird ein internes Testspiel durchgeführt, um den Spielern die Ideen des neuen Trainerteams näherzubringen.
Zwei Wochen für die Vorbereitung
Kessler ist der Ansicht, dass nicht allzu viele Veränderungen notwendig sind. „Ich glaube, dass wir über weite Strecken gute Leistungen gebracht haben. Es waren immer knappe Spiele.“ Es brauche zwar einen Impuls, aber keine drastische Veränderung. Die Länderspielpause sei dafür „der richtige Zeitpunkt“. Wagner hat nun zwei Wochen Zeit, um die Mannschaft auf das bevorstehende Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt vorzubereiten. Für Kessler steht dabei ein Ziel im Mittelpunkt: „Das ist der Club. Wir wollen alles tun, um in der Bundesliga zu bleiben.“ Nsoki steht im Fokus der Kritik.
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