Der Kunstsammler und Mäzen Egidio Marzona ist verstorben. Seine Sammlung zur Avantgarde hat die Kunstwelt nachhaltig geprägt. Marzona verstarb am Sonntag in Berlin im Beisein seiner Familie, wie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mitteilte. Der 1944 in Bielefeld geborene Italiener war nicht nur Sammler, sondern auch Galerist, Verleger und Mäzen.
Über viele Jahre hinweg baute Marzona eine umfangreiche Sammlung auf, die Briefe, Manifesten, Filme, Plakate, Kataloge, Künstlerbücher sowie Kunstwerke und Designobjekte zur Avantgarde des 20. Jahrhunderts umfasst. Zu den vertretenen Künstlern zählen unter anderem Pablo Picasso, Ludwig Mies van der Rohe, Max Beckmann, Paul Klee, Niki de Saint Phalle, Andy Warhol und Joseph Beuys.
Marzonas Schenkungen an Museen
Ab 2002 verkaufte oder schenkte Marzona Teile seiner Sammlung an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin, wo diese in verschiedenen Museen präsentiert wurden. Zukünftig sollen die Werke in einem neuen Museum zusammengeführt werden.
Im Jahr 2016 übergab Marzona einen bedeutenden Teil seiner Sammlung als Schenkung an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD). Für diese Sammlung wurde ein historisches Barockpalais am Neustädter Ufer umgebaut. Im Mai 2024 wurde das Archiv der Avantgarden als neue Institution der SKD eröffnet, das zu den bedeutendsten Sammlungen der künstlerischen Avantgarde des 20. Jahrhunderts zählt.
Reaktionen auf Marzonas Tod
Die Nachricht von Marzonas Tod hat in Sachsen Betroffenheit ausgelöst. Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer äußerte, dass die Kunstwelt mit ihm einen leidenschaftlichen Sammler und Visionär verliere. Er habe über mehr als fünf Jahrzehnte hinweg mit großer Neugier und Engagement eine der bedeutendsten Sammlungen zur Kunst der Moderne aufgebaut. Die großzügige Schenkung habe Dresden zu einem internationalen Zentrum für die Auseinandersetzung mit der Kunst und den Ideen des 20. Jahrhunderts gemacht. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hob hervor, dass Berlin Marzanos Leidenschaft für die Kunst eine wertvolle Sammlung verdankt, die künftig im neu entstehenden Museum „berlin modern“ am Kulturforum für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird.
Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz betonte, dass Marzonas Sammlung nicht nur Kunstwerke umfasst, sondern auch Zeugnisse des gesamten künstlerischen Schaffensprozesses. Sowohl Berlin als auch Dresden hätten ihm viel zu verdanken, da er seine Sammlungen schrittweise den jeweiligen Museen übergeben hat.
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Bildquelle: ai-generated-gemini