Eltern sollten Vorsicht walten lassen: Ablenkung durch Smartphones führt zu Gefahren im Schwimmbad
Die ungenügende Aufsicht von Kindern in Freibädern kann schwerwiegende Folgen haben, warnen Betreiber öffentlicher Bäder. In Köln werden an Wochenenden bis zu 15 Kinder ohne Aufsicht aufgegriffen, was die Besorgnis über die Sicherheit im Wasser verstärkt.
Ursache für die Gefahren
Ein Moment der Unaufmerksamkeit kann für Kinder im Wasser fatale Konsequenzen haben, während Eltern in ihre Smartphones vertieft sind. In mehreren Schwimmbädern in Nordrhein-Westfalen wird dieser Problematik mit verschiedenen Maßnahmen begegnet. Plakate und Kampagnen sollen die Besucher sensibilisieren.
Aufsichtspflicht bleibt bei den Eltern
Ralf Großmann, Sprecher des Bundesverbands Deutscher Schwimmmeister (BDS), betont die Verantwortung der Eltern: „Die Aufsichtspflicht liegt auch im Schwimmbad bei den Eltern. Der Schwimmmeister kann nicht die persönliche Aufsicht über jedes einzelne Kind übernehmen. Das ist weder rechtlich noch praktisch möglich.“
Beobachtungen aus Köln
Judith Jussenhofen, Sprecherin des städtischen Betreibers KölnBäder, berichtet von einer zunehmenden Anzahl von Kleinkindern und Grundschulkindern, die ohne einen erkennbaren Aufsichtsperson im Wasser anzutreffen sind. Oft werden diese Kinder sogar im Wasser entdeckt, während die Eltern auf Liegewiesen beschäftigt sind. „In den meisten Fällen spielt dabei das Smartphone eine Rolle“, sagt Jussenhofen.
Intervention und Maßnahmen
In einigen Fällen sahen sich die Mitarbeiter gezwungen, die Polizei oder das Jugendamt zu verständigen, wenn Eltern auf wiederholte Aufforderungen nicht reagierten. Jussenhofen macht deutlich: „Ein öffentliches Schwimmbad ist keine Betreuungseinrichtung, in die Kinder abgegeben werden können, während sich die Eltern entspannen.“
Initiativen zur Sensibilisierung
Um auf die Gefahren aufmerksam zu machen, setzen Freibäder verschiedene Maßnahmen um. In Essen wird beispielsweise die Initiative „Augenblick“ vorgestellt, die Eltern und Begleitpersonen auf ihre Aufsichtspflicht hinweist. Die Initiative warnt mit Plakaten, dass Kinder in einem unachtsamen Moment innerhalb von nur 20 Sekunden lautlos ertrinken können. Slogans wie „Papa, du warst mein Held. Bis dein Handy wichtiger war als ich“ sollen die Eltern zum Nachdenken anregen.
Aufklärung statt Verbot
Die Mitarbeiter der Schwimmbäder sprechen Eltern direkt an, erklärt BDS-Sprecher Großmann. Zwar fühlen sich einige Eltern zunächst angegriffen, doch die meisten reagieren verständnisvoll, wenn die Sicherheit ihrer Kinder im Vordergrund steht. Der Bund Deutscher Schwimmmeister hält jedoch ein generelles Verbot der Handy-Nutzung für nicht zielführend. Stattdessen solle auf Aufklärung und Eigenverantwortung gesetzt werden.
Quellen: n-tv