Der Mount Everest und seine Konkurrenz: Ein Blick auf die höchsten Berge der Welt
Die Frage nach dem höchsten Berg der Erde ist komplex und hängt von der gewählten Messmethode ab. Überraschenderweise könnte der Mount Everest nicht einmal unter den Top 28 der höchsten Berge auftauchen, wenn man andere Kriterien anlegt.
Die allgemein bekannte Höhe des Mount Everest beträgt 8.848,86 Meter, eine Zahl, die seit 2020 offiziell anerkannt ist. Diese Messung ist international akzeptiert und gilt als Standard, der von den Alpen bis zum Himalaya Anwendung findet. Dennoch gibt es verschiedene Perspektiven, die zu unterschiedlichen Ergebnissen führen können.
Messmethoden und ihre unterschiedlichen Ergebnisse
Die Bestimmung der „Höhe“ eines Berges kann auf verschiedene Weisen erfolgen. Man kann Berge über dem Meeresspiegel vergleichen, vom tiefsten Punkt ihrer Basis aus messen oder den höchsten Punkt in Bezug auf den Erdmittelpunkt betrachten. Diese unterschiedlichen Ansätze führen zu verschiedenen „Siegern“ unter den Bergen:
- Mount Everest – über Meeresspiegel (8.848,86 m): Diese Methode ist die offizielle Standarddefinition und wird weltweit anerkannt. Der Everest, der an der Grenze zwischen Nepal und China liegt, ragt in die sogenannte Todeszone und ist für seine Sichtbarkeit bekannt.
- Mauna Kea – Basis bis Spitze (~10.210 m): Dieser schlafende Vulkan auf Hawaii ist tatsächlich der größere Berg, da der Großteil seiner Höhe unter Wasser liegt. Wäre der Ozean nicht vorhanden, würde Mauna Kea als der höchste Berg gelten.
- Chimborazo – Distanz zum Erdmittelpunkt (6.384,4 km): Aufgrund der Form der Erde, die am Äquator dicker ist, liegt der Gipfel des Chimborazo in Ecuador 2 Kilometer weiter vom Erdmittelpunkt entfernt als der Everest. Zudem gibt es mindestens 28 weitere Berge, die höher in den Weltraum ragen als der Everest.
- Olympus Mons – außer Konkurrenz (etwa 26 km): Der höchste bekannte Berg im gesamten Sonnensystem, jedoch nicht auf der Erde.
Die Berühmtheit des Mount Everest
Der Mount Everest ist nicht nur aufgrund seiner Höhe berühmt, sondern auch wegen der extremen Herausforderungen, die er für Bergsteiger darstellt. Seit 1953 haben über 6.000 Menschen den Gipfel erreicht, während mehr als 300 dabei ihr Leben verloren haben. Viele der verstorbenen Bergsteiger sind noch immer im Eis des Everest gefangen, was dem Nordhang den makabren Spitznamen „Rainbow Valley“ eingebracht hat. Zudem wächst der Everest jährlich um etwa vier Millimeter, bedingt durch die Kollision zweier Kontinentalplatten.
Ein ungelöstes Rätsel
Ein faszinierender Aspekt der Everest-Geschichte bleibt bis heute ungeklärt: Im Jahr 1924 verschwanden die britischen Bergsteiger George Mallory und Andrew Irvine kurz unterhalb des Gipfels. Während Mallorys Leiche 1999 gefunden wurde, bleibt seine Kamera unentdeckt. Experten vermuten, dass der Film möglicherweise noch entwickelt werden könnte, was die Erstbesteigung des Everest um 30 Jahre zurückdatieren würde.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Mount Everest trotz seiner möglichen Konkurrenz in verschiedenen Messkategorien aufgrund seiner einzigartigen Herausforderungen und seiner Geschichte einen besonderen Platz in der Welt der Berge einnimmt.
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