In einer umfassenden Untersuchung von 23 verschiedenen Ketchup-Sorten haben lediglich zwölf Produkte die Bewertung „gut“ erhalten. Unter diesen befinden sich auch preiswerte Eigenmarken.
Der Born Tomatenketchup, der für 1,99 Euro pro 450 ml (0,44 Euro pro 100 ml) erhältlich ist, hat im Geschmackstest besonders überzeugt. Die Tester haben jedoch nicht nur den Geschmack bewertet, sondern auch die Inhaltsstoffe, die Textur, mögliche Schadstoffe, die Verpackung sowie die Kennzeichnung analysiert. In der Gesamtbewertung konnte kein Produkt die Note „sehr gut“ erreichen.
Bewertung der getesteten Ketchups
Zu den Ketchups, die mit „gut“ abschneiden, zählen auch einige Bioprodukte sowie drei speziell für Kinder entwickelte Varianten. Der Byodo Kinderketchup wurde als bester Kinderketchup im Test ausgezeichnet und kostet 3,99 Euro für 300 ml (1,33 Euro pro 100 ml). Die günstigsten Ketchups unter den besten Produkten sind:
- Edeka Gut & Günstig für 1,29 Euro für 500 ml (0,26 Euro pro 100 ml).
- Lidl Kania Classic für 1,29 Euro für 500 ml (0,26 Euro pro 100 ml).
Produkte mit schwächeren Bewertungen
Insgesamt erhielten sieben Ketchups die Note „befriedigend“ (0,26 bis 0,83 Euro pro 100 ml), drei Produkte wurden mit „ausreichend“ (0,70 bis 1,33 Euro pro 100 ml) bewertet und ein Ketchup fiel mit „mangelhaft“ (1,33 Euro pro 100 ml) durch. Die Tester führten verschiedene Gründe für die schwächeren Bewertungen an.
Ein möglicher Grund sind schädliche Toxine, die bei spät geernteten oder feucht gelagerten Tomaten auftreten können. In drei Fällen wurden die Richtwerte für Alternaria-Toxine überschritten, die strukturell erbgutschädigenden und krebserregenden Substanzen ähneln. Obwohl bislang unklar ist, ob sie für Menschen gefährlich sind, empfehlen die Tester, die Aufnahme solcher Stoffe zu minimieren.
Zuckerwerte im Ketchup
Die Tester waren zunächst besorgt über hohe Zuckerwerte in den Ketchups, fanden jedoch heraus, dass diese bis auf zwei Ausnahmen mit 26,6 g und 21 g pro 100 ml nicht so hoch sind wie befürchtet. Die Zuckerwerte liegen im Durchschnitt bei 16 g pro 100 ml, wobei die meisten Produkte zwischen 3,6 und 19,3 g pro 100 ml enthalten.
Ein Ketchup kommt sogar ganz ohne Zucker oder Süßstoffe aus und erzielt dennoch eine „gute“ Bewertung. Die Tester lobten, dass Tomaten von Natur aus bereits Zucker enthalten, in diesem Fall 5,6 g pro 100 ml.
Kritik an zuckerreduzierten Ketchups
Die Tester warnten vor Aufschriften wie „Mit weniger Zucker“, da viele zuckerreduzierte Ketchups häufig mit Süßstoffen gesüßt werden. Dies kann zwar die Kalorienzahl senken, führt jedoch oft zu Geschmacksfehlern. Süßstoffnoten oder eine übermäßige Süße beeinträchtigen die geschmackliche Bewertung, sodass diese Produkte meist nicht besser als „befriedigend“ abschneiden.
Darüber hinaus äußerten die Tester Bedenken gegenüber Süßstoffen, da sie die Vorliebe für Süßes nicht ablegen und möglicherweise die Vorliebe für andere zuckerhaltige Lebensmittel fördern könnten. Ketchups, die den Süßstoff Sucralose enthalten, werden abgewertet, da dieser biologisch schwer abbaubar ist und die Umwelt belastet.
Empfehlungen der Tester
Die Tester empfehlen den Kauf von Ketchup in Glasflaschen, da diese nach Einschätzung der Prüfer besser recycelbar sind als viele Kunststoffflaschen.
Selbstgemachter Ketchup als Alternative
Für diejenigen, die auf Zucker und Süßstoffe verzichten möchten, bietet sich die Möglichkeit an, Ketchup selbst herzustellen. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) gibt folgende Anleitung:
- Eine Zwiebel fein hacken und mit Knoblauch in einem großen Topf andünsten.
- Je nach Wahl geviertelte Tomaten hinzufügen und bei geringer Hitze köcheln lassen, dabei gelegentlich umrühren.
- Mit Apfelessig, Senf, etwas Honig, Salz und Pfeffer würzen. Nach Belieben können auch Möhren und weitere Gewürze wie Chili, Ingwer, Koriander oder Curry hinzugefügt werden.
- Die eingekochte Masse pürieren und heiß in kleine, saubere Schraubgläser füllen. Der selbstgemachte Ketchup hält sich mehrere Wochen.
Bildquelle: Kritzolina via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)