Die Vorschläge einer Expertenkommission sollen dazu beitragen, die finanziellen Schwierigkeiten der gesetzlichen Krankenkassen zu beheben. Jährlich generieren diese Kassen Einnahmen von über 350 Milliarden Euro. Doch warum reicht dieser Betrag nicht aus?
Von jedem Euro, den ein durchschnittlicher Arbeitnehmer verdient, fließen nahezu neun Cent an die gesetzlichen Krankenkassen. Dies ist einerseits eine erhebliche Summe, andererseits jedoch nur ein Teil der gesamten Wahrheit. Auch die Arbeitgeber leisten für jeden Euro, den sie ihren Angestellten auszahlen, einen Beitrag von fast neun Cent an die Krankenkassen.
Steigende Zusatzbeiträge belasten die Versicherten
Der allgemeine Beitragssatz ist in den letzten Jahren konstant geblieben und beträgt inklusive der Anteile von Arbeitnehmern und Arbeitgebern 14,6 Prozent. Allerdings sind die Zusatzbeiträge, die je nach Krankenkasse variieren, stark angestiegen.
Die Bundesregierung schätzt jährlich den durchschnittlichen Zusatzbeitrag für das folgende Jahr. Im Jahr 2019 betrug dieser noch 0,9 Prozent, während die Schätzung für dieses Jahr bei 2,9 Prozent liegt. Daraus ergibt sich ein durchschnittlicher Gesamtbeitrag von 17,5 Prozent.
Heute wird eine Kommission Vorschläge zur Reform der Finanzierungsstruktur der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) präsentieren.
Hohe Ausgaben für Krankenhausbehandlungen
Im vergangenen Jahr verzeichneten die Krankenkassen Einnahmen von nahezu 356 Milliarden Euro. Der größte Teil dieser Einnahmen stammt aus den Beiträgen der Versicherten, ergänzt durch Steuerzuschüsse. Diese Zuschüsse des Bundes werden unter anderem für sogenannte versicherungsfremde Leistungen bereitgestellt, wie etwa die beitragsfreie Familienversicherung für Kinder und Ehegatten.
Da die Ausgaben schneller steigen als die Einnahmen, droht eine erhebliche Finanzierungslücke. Im Jahr 2024 lagen die Leistungsausgaben der Kassen bei 312 Milliarden Euro, während sie im vergangenen Jahr bereits 336 Milliarden Euro betrugen. Dies entspricht einer jährlichen Steigerung von nahezu acht Prozent, was deutlich über der Inflationsrate in diesem Zeitraum liegt. Die größten Ausgabenposten sind Krankenhausbehandlungen und Arzneimittel, deren Kosten in den letzten Jahren stark gestiegen sind. Ärztliche Behandlungen belegen den dritten Platz im Ausgabenranking.
Ein weiterer Aspekt, der die Kosten im Gesundheitssystem beeinflusst, ist die Anzahl der Krankenkassen selbst. In Deutschland existieren derzeit 93 Kassen für gesetzlich Versicherte, jede mit einem eigenen Verwaltungsapparat. Kritiker sehen hier ein erhebliches Einsparpotenzial, insbesondere im Hinblick auf die steigenden Beiträge.
Allerdings ist die Zahl der Krankenkassen in den letzten Jahrzehnten bereits deutlich gesunken. Anfang der 1990er-Jahre gab es noch über 1.000 Krankenkassen.
Dringender Reformbedarf im Gesundheitssystem
Der Reformbedarf im Gesundheitssystem wird durch eine Studie des IGES Instituts, die von der Krankenkasse DAK in Auftrag gegeben wurde, verdeutlicht. Die Forscher skizzieren ein alarmierendes Zukunftsszenario.
Für das kommende Jahr erwarten sie eine Finanzlücke von bis zu zwölf Milliarden Euro bei den gesetzlichen Krankenkassen. Sollte die Politik keine Maßnahmen ergreifen, könnte der Beitragssatz in den nächsten zehn Jahren auf über 20 Prozent ansteigen. Dies wird auch durch die Situation von Kliniken in finanzieller Notlage verstärkt.
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Wie können Kliniken in der Krise finanziell stabilisiert werden?
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Bildquelle: ai-variation-gemini