Altkanzler Gerhard Schröder ist aktuell in der russischen Hauptstadt Moskau. Er wurde im Hotel Kempinski von einem Korrespondenten gesichtet. Der genaue Grund seines Aufenthalts bleibt unklar, was Spekulationen über mögliche Treffen mit hochrangigen russischen Politikern, darunter Kremlchef Wladimir Putin, aufwirft.
In der kommenden Woche findet in St. Petersburg das Internationale Wirtschaftsforum statt, an dem erstmals wieder deutsche Unternehmer teilnehmen. Auch Politiker der AfD sind zu diesem Forum eingeladen.
„Wenn wir Russland das Recht geben würden, in unserem Namen einen Verhandlungsführer zu benennen, wäre das nicht sehr klug“, sagte die EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas kürzlich.
Putin hatte Schröder kürzlich als möglichen Vermittler im Ukraine-Konflikt ins Gespräch gebracht, was auf europäischer Seite jedoch auf breite Ablehnung stieß. Kritiker argumentieren, dass Schröder aufgrund seiner engen Verbindungen zu russischen Staatsunternehmen und seiner Rolle als Lobbyist für diese Firmen nicht als neutraler Vermittler fungieren könne.
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha äußerte sich ebenfalls skeptisch zu einem möglichen Vermittlungsauftrag für Schröder und betonte, dass es zahlreiche andere geeignete Persönlichkeiten gebe, die für die EU verhandeln könnten.
Schröder steht seit Jahren in der Kritik wegen seiner Freundschaft zu Putin und seiner Tätigkeiten für russische Öl- und Gaskonzerne. Im Jahr 2014 feierte er nach der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim seinen 70. Geburtstag in Russland, und auch nach der Invasion der Ukraine im Jahr 2022 war er weiterhin für russische Unternehmen aktiv.
In einem Gastbeitrag für die Berliner Zeitung plädierte Schröder Anfang dieses Jahres für die Wiederaufnahme von Energielieferungen aus Russland und wies die Dämonisierung Russlands als ewigen Feind zurück. Er hatte bereits zu Beginn der Invasion 2022 Moskau besucht und dort ein Treffen mit Putin gehabt, das jedoch keine nennenswerten Ergebnisse brachte.
Die Situation bleibt angespannt, und die Rolle von Schröder in diesem geopolitischen Kontext wird weiterhin kritisch beobachtet. Zudem ist zu beachten, dass München kürzlich einen neuen Oberbürgermeister gewählt hat, was die politische Landschaft weiter beeinflussen könnte.
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Quellen: n-tv, RTL
Bildquelle: Von Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten – https://www.flickr.com/photos/minoritenplatz8/31133426437/, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=130630436