In Deutschland sehen sich laut der Deutschen Krankenhausgesellschaft 80 Prozent der Krankenhäuser mit finanziellen Verlusten konfrontiert. Diese Defizite müssen teilweise durch öffentliche Mittel ausgeglichen werden. Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, hat nun eine Erhöhung der Zuzahlungen von Patienten ins Gespräch gebracht.
Die DKG spricht sich für eine Anhebung der Zuzahlung auf 15 Euro pro Tag aus. Gaß erklärte:
„Eine Erhöhung der Zuzahlung auf 15 Euro wäre vernünftig und vertretbar. Die Zuzahlung wurde 2004 mit zehn Euro pro Tag eingeführt und seither nicht angepasst.“
Zudem wies er darauf hin, dass es eine Härtefallregelung gebe und die Zuzahlung auf maximal 28 Tage pro Jahr begrenzt sei.
Finanzielle Situation der Kliniken
Die Lage der Kliniken ist ernst. Gaß betonte:
„Aktuell schreiben 80 Prozent der Kliniken rote Zahlen. Ein Drittel der Häuser in Deutschland ist von Insolvenz bedroht: 16 Prozent sind stark insolvenzgefährdet, weitere 21 Prozent gefährdet.“
Besonders betroffen sind Einrichtungen mit kirchlichen und freigemeinnützigen Trägerschaften. Achim Brötel, Präsident des Deutschen Landkreistages, äußerte sich besorgt über die Situation der kommunalen Krankenhäuser:
„Es geht den kommunalen Krankenhäusern richtig schlecht, da wir als Träger einen Defizitausgleich in der momentan erforderlichen Höhe schlicht nicht mehr leisten können. Von 2023 bis 2025 haben die Landkreise allein 25 Milliarden Euro aufgebracht, um die Verluste ihrer Kliniken auszugleichen. Dabei stehen wir selbst unter enormem Druck, da die Kommunalfinanzen bundesweit im freien Fall sind.“
In diesem Kontext ist auch der Artikel über Krankenkassen und deren steigende Beiträge relevant.
Forderungen zur Krankenhausreform
Brötel fordert eine Überarbeitung der Krankenhausreform und spricht sich dafür aus, die Vorsorge-Pauschalen nicht mehr fallabhängig zu zahlen. Er warnte:
„Wir brauchen eine fallzahlunabhängige Vorhaltevergütung. Alles andere führt nur zu einem unkontrollierten Kliniksterben, insbesondere im ländlichen Raum.“
Zudem ist die Situation in Alsfeld, wo ein Magen-Darm-Ausbruch einen Großeinsatz auslöste, ein Beispiel für die Herausforderungen im Gesundheitswesen.
DKG-Chef Gaß plädiert zudem für eine Verlängerung der finanziellen Hilfen für die Krankenhauslandschaft. Er wies darauf hin, dass die staatliche Ausgleichszahlung, die der Bund den Krankenhäusern seit November 2025 zur Stabilisierung ihrer finanziellen Lage gewährt, im November auslaufen soll.
„Es geht um vier Milliarden Euro. Wir appellieren an Bundesgesundheitsministerin Warken, diese Hilfe zu verlängern,“
so Gaß abschließend. In diesem Zusammenhang könnte auch der Kriminalfall des FBI von Interesse sein.
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