Politik
Merz fordert Rückkehr von syrischen Flüchtlingen: 80 Prozent innerhalb von drei Jahren
30.03.2026, 15:11 Uhr
Bundeskanzler Friedrich Merz hat während des Besuchs des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa in Berlin ein ehrgeiziges Ziel formuliert. Innerhalb der nächsten drei Jahre sollen 80 Prozent der syrischen Flüchtlinge, die in Deutschland leben, in ihre Heimat zurückkehren. Dies betrifft insbesondere Personen ohne gültigen Aufenthaltstitel.
Merz appellierte an die syrischen Flüchtlinge, in ihr Heimatland zurückzukehren und aktiv am Wiederaufbau des stark zerstörten Syriens mitzuwirken. Er betonte, dass die Mehrheit der rund einer Million Syrer, die während des Assad-Regimes in Deutschland Zuflucht gefunden haben, den Wunsch hege, in ihre Heimat zurückzukehren, um dort ein sicheres und würdevolles Leben zu führen. „Diese Menschen (…) sind Ihnen willkommen“, richtete Merz seine Worte an al-Scharaa und würdigte dessen Engagement für die Rückkehr der Flüchtlinge.
Politische Stabilität als Schlüssel
Der Kanzler hob hervor, dass politische Stabilität und wirtschaftliches Wachstum in Syrien entscheidend für den Wiederaufbau seien. „Dazu sollen maßgeblich diejenigen beitragen, die mit neuen Erfahrungen und Ideen aus ihren Jahren in Deutschland und der ganzen Welt nach Syrien zurückkehren“, so Merz.
Er forderte al-Scharaa auf, vorrangig die Rückkehr von Personen zu ermöglichen, die in Deutschland keinen gültigen Aufenthaltstitel mehr besitzen. „Hier haben wir eine kleine Gruppe, aber eine Gruppe, die uns Probleme bereitet, von straffällig gewordenen Syrern, die wir jetzt vordringlich zurückführen wollen“, erklärte Merz. Gleichzeitig betonte er, dass gut integrierte Syrer, die in Deutschland bleiben möchten, dies auch tun können.
Unterstützung für den Wiederaufbau
Merz kündigte an, dass Deutschland in diesem Jahr mehr als 200 Millionen Euro für die Stabilisierung Syriens bereitstellen werde. Der Wiederaufbau von Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und Unternehmen werde eine enorme Herausforderung darstellen. Um diesen Prozess zu unterstützen, wurde die Einrichtung einer Taskforce beschlossen, die ihre Arbeit umgehend aufnehmen soll.
Er betonte: „Auf die Unterstützung Deutschlands auf dem Weg in eine gute Zukunft können Sie zählen.“ Merz ermutigte al-Scharaa, ein neues Syrien zu schaffen, in dem Platz für alle Menschen sei, unabhängig von Religion, ethnischer Zugehörigkeit oder Geschlecht. „Gewalt gegen Minderheiten und Andersdenkende muss der Vergangenheit angehören“, fügte er hinzu.
Kritik an den Rückkehrplänen
Die Pläne des Kanzlers stießen auf Kritik seitens der Grünen. Parteichefin Franziska Brantner äußerte, dass Merz anstelle der bestehenden Probleme und der Notwendigkeit, für mehr Sicherheit in Syrien zu sorgen, lediglich eine Zahl genannt habe. Sie wies darauf hin, dass viele der Geflüchteten inzwischen fest in Deutschland integriert seien und überdurchschnittlich häufig in systemrelevanten Berufen arbeiteten. Daher sei es „wohlfeil, wenn Herr Merz sagt, 80 Prozent müssen wieder zurückgehen“.
Die SPD in der Krise: Fehlende Antworten auf die Herausforderungen der Zeit
„`
Bildquelle: Steffen Prößdorf via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)