Politik
Ex-Justizminister Ziobro flieht in die USA: Schwere Vorwürfe und mögliche Haftstrafe
11.05.2026, 07:30 Uhr
Der frühere Justizminister Zbigniew Ziobro, der in Polen wegen schwerer Straftaten gesucht wird, hat Ungarn verlassen und sich in den USA niedergelassen. „Gestern bin ich hierhergeflogen“, erklärte der Politiker der rechtskonservativen Partei PiS in einem Interview mit dem Sender Telewizja Republika. Er bezeichnete die USA als „die stärkste Demokratie der Welt“.
Die polnische Generalstaatsanwaltschaft ermittelt gegen den 55-jährigen Ziobro wegen insgesamt 26 Straftatbeständen. Dazu zählen unter anderem der Verdacht auf die Gründung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung sowie der Verdacht der Veruntreuung von rund 35 Millionen Euro. Im Falle einer Verurteilung könnte ihm eine Haftstrafe von bis zu 25 Jahren drohen. Ziobro selbst hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe als „halsbrecherisch“ zurückgewiesen und sieht sich als Opfer politischer Verfolgung.
Flucht und Asyl in Ungarn
Im vergangenen Jahr war Ziobro zusammen mit seinem ehemaligen Stellvertreter Marcin Romanowski nach Ungarn geflohen, wo er politisches Asyl unter dem mittlerweile abgewählten Premierminister Viktor Orban erhielt. Beide Politiker gehören der PiS an, die Polen von 2015 bis 2023 regierte. Der neue ungarische Ministerpräsident Peter Magyar hatte jedoch bereits angekündigt, dass Ungarn die beiden nicht länger schützen werde.
Die Tatsache, dass Ziobro nun erfolgreich aus Ungarn ausreisen konnte, könnte die Beziehungen zwischen Polen und Ungarn sowie zu den USA belasten. Polens Justizminister Waldemar Zurek kündigte an, dass Warschau beide Länder um Informationen bitten werde, auf welcher rechtlichen Grundlage Ziobros Ausreise aus Ungarn und seine Einreise in die USA ohne gültige Dokumente möglich war. Das polnische Außenministerium hatte Ziobros Reisepass nach seiner Flucht nach Ungarn für ungültig erklärt. Zurek kündigte zudem an, ein Auslieferungsersuchen für Ziobro an die USA zu stellen.
Ziobros Stellungnahme in den USA
In den USA äußerte Ziobro, dass er keine Angst vor einem Gerichtsverfahren habe. „Ein unabhängiges amerikanisches Gericht ist ganz bestimmt ein unabhängiges Gericht. Wenn sie also ein Auslieferungsverfahren einleiten wollen, nur zu“, sagte er.
Quellen: n-tv
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