Die jüngsten Anpassungen im Förderprogramm für Wärmepumpen haben zu einer erheblichen Verunsicherung unter Verbrauchern geführt. Seit der vergangenen Woche ist es vielen Antragstellern nicht mehr möglich, Förderungen zu beantragen, was auf ein Update im Programm zurückzuführen ist.
Dennoch bleibt einer bestimmten Gruppe von Antragstellern die Möglichkeit, ihre Anträge einzureichen. Dies betrifft alle, die bereits eine „Bestätigung zum Antrag“ erhalten haben und ihre Förderung noch nicht beantragt haben. Diese Antragsteller können bis zum 20. Juli um 20:00 Uhr ihre Anträge einreichen, wobei die bisherigen Konditionen weiterhin gelten. Auf der Bestätigung ist die entscheidende BzA-ID vermerkt, die für den Antrag erforderlich ist.
Allerdings können keine neuen Bestätigungen mehr ausgestellt werden.
Umstellung der Heizungsförderung sorgt für Antragsstopp
Vom 9. Juli bis 20. Juli findet eine Anpassung der Heizungsförderung durch die KfW-Bank und das Bundesamt Bafa statt. Während dieser Umstellungsphase können nur bestimmte Kunden Anträge auf Heizungsförderung einreichen. Diese Situation sorgt in der Wirtschaft und der Politik für erheblichen Unmut.
Reaktionen aus der Branche
Die Auswirkungen der Änderungen sind bereits bei den Installationsbetrieben spürbar. Alex Stamos, Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens, äußert sich zur Situation und berichtet von einem Ansturm verunsicherter Kunden. Viele, die in den letzten Wochen einen Auftrag für die Installation einer Wärmepumpe erteilt haben, sind nun unsicher über die Höhe der Förderung und die endgültigen Kosten der Wärmepumpe.
„Die Situation ist für viele unserer Kunden äußerst frustrierend“, sagte Stamos und kritisierte die Regierung scharf, indem er von einem „größtmöglichen Chaos“ sprach.
Michael Hoppe, Heizungsbaumeister und Inhaber eines Betriebs in Baden-Württemberg, berichtet von massiven Stornierungen. Sein Unternehmen muss seit Donnerstag zahlreiche Kunden kontaktieren, um zu erklären, dass die Förderung lediglich geändert wird und nicht vollständig entfällt.
Vertrauensverlust bei den Verbrauchern
Hjalmar Stemmann, Präsident der Handwerkskammer Hamburg, äußert Bedenken über die kurzfristigen Änderungen der Rahmenbedingungen durch die Regierung. Er betont, dass die Wärmewende nur dann erfolgreich sein kann, wenn der Austausch fossiler Heizungen wirtschaftlich attraktiv bleibt und in Hamburg in großem Maßstab vorangetrieben wird. Stemmann warnt, dass das Vertrauen der Verbraucher gefährdet wird, da diese bereits auf Basis der bisherigen Förderkonditionen ihre Planungen vorgenommen haben.
Ähnliche Bedenken äußert die Grünen-Politikerin Katrin Uhlig, die darauf hinweist, dass über Jahre hinweg kommuniziert wurde, die Finanzierung bis 2029 sei gesichert. Diese Zusicherung werde nun in Frage gestellt.
Quellen: Focus, Tagesspiegel
Bildquelle: Bildquelle: alpha innotec auf Unsplash