Der Filmemacher und Autor Alexander Kluge ist verstorben. Wie der Suhrkamp-Verlag unter Berufung auf seine Familie mitteilte, starb er am Mittwoch im Alter von 94 Jahren in München.
Kluge galt als einer der vielseitigsten Intellektuellen Deutschlands. Er war nicht nur Filmemacher, sondern auch Schriftsteller, Philosoph und Jurist. In den 1960er und 1970er Jahren erlangte er Bekanntheit als einer der einflussreichsten Vertreter des Neuen Deutschen Films.
Alexander Kluge: Ein Mitglied der „Gruppe 47“
Als Autor war Kluge Teil der „Gruppe 47“, die den Literaturbetrieb in der Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg maßgeblich prägte. Besonders mit seinen Kurzgeschichten machte er sich einen Namen.
Geboren wurde Kluge 1932 in Halberstadt. Er studierte Jura, Geschichte und Kirchenmusik, promovierte und arbeitete zunächst als Rechtsanwalt. Im Jahr 1958 volontierte er bei dem berühmten Regisseur Fritz Lang und begann bald darauf, selbst Regie zu führen.
Einflussreiche Filme und Projekte
Im Jahr 1962 war Kluge einer der Filmemacher, die mit dem „Oberhausener Manifest“ ein Kino der Autoren forderten. Zu seinen bekanntesten Werken zählen Filme wie „Abschied von gestern“, „Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos“ und „In Gefahr und größter Not bringt der Mittelweg den Tod“.
Im Jahr 1987 war Kluge Mitbegründer der Produktionsfirma dctp, die private Fernsehsender wie Sat.1 oder RTL mit wissenschaftlichen und kulturellen Inhalten versorgt. Das Magazin „Spiegel TV“ stammt beispielsweise aus seinem Hause. Für seine Bücher und Filme wurde Kluge mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Adolf-Grimme-Preis, der Georg-Büchner-Preis, der Heinrich-Heine-Preis sowie der Klopstock-Preis.
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