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Ärztemangel: Mehr Mediziner, aber weniger Zeit für Patienten

In Deutschland steigt die Zahl der Ärzte und Psychotherapeuten, jedoch arbeiten 40 Prozent nur in Teilzeit, was zu weniger Zeit für Patienten führt. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung warnt vor zukünftigen Engpässen in der Gesundheitsversorgung.

Ärztemangel: Mehr Mediziner, aber weniger Zeit für Patienten
KI-generiert

Ärztezahl in Deutschland wächst, doch Zeit für Patienten sinkt

In den Arztpraxen Deutschlands ist ein Anstieg der Anzahl der Mediziner zu verzeichnen. Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt die Patientenversorgung jedoch herausfordernd. Die Gründe für diese Diskrepanz sind vielfältig und zeigen sich insbesondere in den Arbeitszeitmodellen der Ärzte.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) berichtet, dass die Zahl der Ärzte und Psychotherapeuten im Jahr 2025 um 2.324 auf insgesamt 191.875 gestiegen ist, was einem Anstieg von 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese Zunahme könnte zunächst als erfreulich angesehen werden, doch die Realität sieht anders aus.

Teilzeitarbeit unter Ärzten nimmt zu

Immer mehr Mediziner entscheiden sich für flexible Arbeitszeitmodelle. Anstatt eine eigene Praxis zu führen, arbeiten viele in Anstellung oder in Teilzeit. Diese Tendenz ist besonders bei jüngeren Ärzten zu beobachten, wie KBV-Chef Andreas Gassen betont. Er hebt hervor, dass diese Entwicklung ernst genommen werden muss, da die Praxen eine zentrale Rolle in der Gesundheitsversorgung spielen.

Der Anteil der Teilzeitarbeit unter den Ärzten hat im Durchschnitt aller Fachgruppen auf 40 Prozent zugenommen. Aktuell arbeiten 98.447 Ärzte in Vollzeit, was einen Rückgang von zwölf Prozent im Vergleich zu vor zehn Jahren darstellt. Im Gegensatz dazu haben 45.795 Ärzte ihre Arbeitsstunden reduziert, was einem Anstieg von 135 Prozent seit 2015 entspricht. Bei Psychotherapeuten ist der Teilzeitanteil schon länger verbreitet und wächst weiterhin.

Warnung vor zukünftigen Engpässen

Die KBV warnt, dass in den nächsten 20 Jahren etwa 25.000 Ärzte aufgrund des Renteneintritts aus dem Vollzeitdienst ausscheiden werden. Um diese Lücke allein durch Teilzeitkräfte zu schließen, wären 50.000 neue Ärzte erforderlich. Ein Grund für diese Entwicklung sind auch die steigenden Beiträge der Krankenkassen.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Hausärzten. Die Bundesgesundheitsministerin plant, deren Rolle im Gesundheitssystem zu stärken. In einem neuen Primärarztsystem sollen Hausärzte die erste Anlaufstelle für Patienten werden und deren Behandlung koordinieren.

Hausärzte und Kassensitze im Rückgang

Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Hausärzte um 343 auf 55.778. Gleichzeitig ging die Anzahl der vollen Kassensitze um 0,1 Prozent zurück. Dies verdeutlicht die Auswirkungen des Trends zur Teilzeitarbeit, da häufig zwei Ärzte einen Kassensitz teilen, der für eine bestimmte Anzahl von Patienten vorgesehen ist. Dadurch steigt zwar die Anzahl der Ärzte, jedoch bleibt die Zeit, die sie für ihre Patienten aufbringen können, begrenzt.

Ein Drittel der Ärzte ist mittlerweile in Praxen oder Medizinischen Versorgungszentren angestellt und führt keine eigene Praxis mit Kassenzulassung. Selbstständige Praxisinhaber arbeiten in der Regel zwischen 50 und 60 Stunden pro Woche, während angestellte Ärzte auf maximal 40 Stunden pro Woche beschränkt sind.

Regionale Unterschiede in der Gesundheitsversorgung

Die Verfügbarkeit von Ärzten variiert stark je nach Region. In Heidelberg gibt es mit 434,7 Ärzten und Psychotherapeuten pro 100.000 Einwohner die höchste Dichte, während im Landkreis Coburg in Bayern nur 87,6 Ärzte und Psychotherapeuten in diesem Verhältnis vorhanden sind. Auf Landesebene führt Hamburg mit 315,1 Ärzten, während Brandenburg mit 199,3 Ärzten und Psychotherapeuten pro 100.000 Einwohner am Ende der Liste steht.

Die Praxen der Kassenärzte sind nicht die einzigen Akteure in der Gesundheitsversorgung. Auch Krankenhäuser, Physiotherapeuten, Logopäden und andere Heilberufe tragen zur Versorgung bei. Patienten aus ländlichen Gebieten suchen oft Praxen in nahegelegenen Ballungsräumen auf, was auch von der Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr abhängt. Zudem gibt es aktuell einen Engpass bei Blutdruckmitteln, der die Situation zusätzlich verschärfen könnte.

Ein weiterer Vorfall, der die Aufmerksamkeit auf die Gesundheitsversorgung lenkt, ist der Magen-Darm-Ausbruch in Alsfeld, der einen Großeinsatz zur Folge hatte.

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Bildquelle: ai-generated-gemini

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