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Klinik-Besuch: Viele Senioren bekommen riskante Medikamente laut Studie

Eine Studie zeigt, dass 6,5 Prozent der älteren Patienten nach einem Besuch in der Notaufnahme ein potenziell ungeeignetes Medikament verschrieben bekommen, was das Risiko für Nebenwirkungen erhöht.

Klinik-Besuch: Viele Senioren bekommen riskante Medikamente laut Studie
KI-generiert

Immer mehr ältere Menschen betroffen: Studie identifiziert problematische Arzneimittel

Ältere Menschen zeigen oft eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Medikamenten. Eine aktuelle Untersuchung hat ergeben, dass viele Senioren nach einem Besuch in der Notaufnahme Arzneimittel verschrieben bekommen, die für sie nicht geeignet sind.

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Unerwünschte Arzneimittelwirkungen treten bei älteren Patienten besonders häufig auf. Dies liegt daran, dass sich mit dem Alter der Stoffwechsel verändert, was dazu führt, dass der Körper Medikamente anders verarbeitet und empfindlicher auf deren Wirkstoffe reagiert. Zudem nehmen viele Senioren mehrere Medikamente gleichzeitig ein, was als Polypharmazie bezeichnet wird. Diese Situation erhöht das Risiko für Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und falsche Dosierungen erheblich.

Um solche Risiken zu minimieren, haben Fachgesellschaften Listen mit Wirkstoffen erstellt, die bei älteren Menschen möglichst vermieden werden sollten. Diese sogenannten PIM-Listen (Potenziell ungeeignete Medikamente) beinhalten Arzneimittel, bei denen der Nutzen und das Risiko im Alter besonders sorgfältig abgewogen werden müssen.

Analyse von Millionen Notfallbehandlungen

Die Forscher der Yale University in den USA haben untersucht, wie häufig ältere Patienten nach einem Notfallbesuch solche problematischen Medikamente verschrieben bekommen. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Jama Internal Medicine“ veröffentlicht.

Für die Analyse wurden Daten von fast neun Millionen Patienten ausgewertet, die in US-Notaufnahmen behandelt wurden. Das durchschnittliche Alter der Patienten betrug 76 Jahre, und etwa 57 Prozent waren Frauen. Die Ergebnisse zeigen, dass 6,5 Prozent der älteren Patienten bei ihrer Entlassung ein als potenziell ungeeignet geltendes Medikament erhielten. Dies bedeutet, dass etwa jeder fünfzehnte ältere Mensch ein solches Präparat verschrieben bekam.

Besonders häufig verschriebene Medikamente

Die Studie identifizierte, dass insbesondere Skelettmuskelrelaxanzien, die zur Entspannung verspannter Muskeln eingesetzt werden, sowie Antihistaminika der ersten Generation häufig verschrieben wurden. Diese Wirkstoffe können bei älteren Menschen stärkere Nebenwirkungen hervorrufen.

Zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten gehörten Methocarbamol und Cyclobenzaprin, die gegen Muskelverspannungen und schmerzhafte Muskelkrämpfe eingesetzt werden, sowie Meclizin, das gegen Schwindel, Übelkeit und Reisekrankheit eingesetzt wird.

Problem auch in Deutschland bekannt

In Deutschland warnen Experten seit Jahren davor, dass ältere Menschen häufig Medikamente erhalten, die für sie problematisch sein können. Die sogenannte Priscus-Liste bietet Orientierung und enthält 177 Wirkstoffe, die bei älteren und oft mehrfach erkrankten Patienten möglichst vermieden werden sollten. Der Grund dafür ist, dass der Körper im Alter empfindlicher auf bestimmte Medikamente reagiert und das Risiko für Wechselwirkungen steigt, da viele Senioren mehrere Präparate gleichzeitig einnehmen. Eine Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigt, dass im Jahr 2022 rund 8,3 Millionen ältere gesetzlich Versicherte in Deutschland mindestens einmal ein potenziell ungeeignetes Medikament verschrieben bekamen. Dies entspricht mehr als der Hälfte der gesetzlich Versicherten in dieser Altersgruppe. Die steigenden Beiträge der Krankenkassen sind ein weiteres Thema, das in diesem Zusammenhang betrachtet werden sollte.

Risiken durch problematische Medikamente

Problematische Medikamente können bei älteren Menschen häufig Nebenwirkungen wie Schwindel, Verwirrtheit oder Stürze auslösen. Stürze stellen im Alter ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar und führen nicht selten zu Knochenbrüchen oder längeren Krankenhausaufenthalten.

Experten betonen die Notwendigkeit einer sorgfältigen Überprüfung der Medikation, insbesondere bei älteren Patienten mit mehreren Erkrankungen. Ärzte sollten prüfen, ob ein Medikament wirklich notwendig ist, ob die Dosierung angepasst werden muss oder ob es sicherere Alternativen gibt. Ein Beispiel für ein problematisches Medikament ist Nitrendipin, dessen Engpass bei Blutdruckmitteln weiterhin besteht.

Digitale Hilfsmittel zur Verbesserung der Verschreibungen

Fachleute sehen verschiedene Ansätze, um riskante Verschreibungen zu reduzieren. In einem begleitenden Kommentar zur Studie wird auf digitale Entscheidungshilfen für Ärzte verwiesen. Solche Programme analysieren elektronische Patientenakten und warnen, wenn ein Medikament für ältere Menschen problematisch sein könnte. Zudem schlagen sie angepasste Dosierungen oder alternative Therapien vor. Die Einnahme von Cetirizin ist ein weiteres Beispiel, das in diesem Kontext diskutiert werden kann.

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Bildquelle: ai-generated-gemini

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