Nitrendipin: Anhaltende Engpässe bei Blutdruckmedikamenten
Ein bedeutender Wirkstoff zur Behandlung von Bluthochdruck ist momentan nur schwer erhältlich. Die Ursache für diese Situation sind Produktionsprobleme. Patienten, die auf dieses Medikament angewiesen sind, stehen vor Herausforderungen.
Die Lieferengpässe bei Arzneimitteln betreffen mittlerweile zahlreiche Wirkstoffgruppen. Es sind nicht nur häufig verschriebene Medikamente betroffen, sondern auch ältere Wirkstoffe geraten immer wieder in den Fokus. Ein Beispiel hierfür ist der Blutdrucksenker Nitrendipin, dessen Verfügbarkeit seit dem vergangenen Sommer von mehreren Herstellern als problematisch gemeldet wird.
Produktionsprobleme bei Nitrendipin
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) führt Nitrendipin seit Monaten in seiner Liste der Lieferengpässe. Besonders betroffen sind die Tabletten mit den Wirkstärken von 10 und 20 Milligramm.
Der Hersteller Aristo berichtete bereits im Juni 2025 von Produktionsschwierigkeiten bei der 20-Milligramm-Dosierung. Aktuellen Informationen zufolge wird der Engpass voraussichtlich bis Ende dieses Jahres andauern. Andere Anbieter, wie Ratiopharm und Aliud, rechnen jedoch damit, ihre Produkte ab Ende März wieder anbieten zu können. Der Hersteller AbZ plant eine Wiederbelieferung ab Ende Mai.
Auch bei der niedrigeren Dosierung von 10 Milligramm kommt es zu Ausfällen. Mehrere Hersteller gehen davon aus, dass ihre Präparate frühestens Ende März oder Mitte April wieder verfügbar sein werden. Somit sind derzeit beide Dosierungen gleichzeitig nicht im Handel erhältlich.
Wirkungsweise von Nitrendipin
Nitrendipin gehört zur Gruppe der sogenannten Calciumantagonisten. Diese Medikamente blockieren spezifische Calciumkanäle in den Zellen der Blutgefäße. Calcium fungiert im Körper als Botenstoff und ist unter anderem dafür verantwortlich, dass sich die Gefäße zusammenziehen. Durch die Blockade des Einstroms bleibt der Blutdruck gesenkt, da die Arterien erweitert werden.
Das Medikament führt also zu einer Erweiterung der Blutgefäße, senkt den Widerstand in den Arterien und reduziert somit den Blutdruck. Ärzte setzen Nitrendipin daher vor allem zur Behandlung von Bluthochdruck ein. Bei anhaltenden Symptomen sollten Patienten auch Heuschnupfen (Pollenallergie): Symptome, Behandlung, Ursachen in Betracht ziehen.
Alternative Wirkstoffe bei Engpässen
Die aktuellen Lieferengpässe betreffen jedoch vergleichsweise wenige Bluthochdruckpatienten in Deutschland. Ärzte greifen zunehmend auf andere Calciumantagonisten wie Amlodipin oder Lercanidipin zurück. Diese Wirkstoffe gehören ebenfalls zur Gruppe der Dihydropyridine und wirken hauptsächlich an den Blutgefäßen, ohne die elektrische Erregungsleitung des Herzens signifikant zu beeinflussen.
Diese Medikamente erweitern die Gefäße, senken den Blutdruck und verbessern die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels. Daher finden sie auch Anwendung bei der Behandlung der Angina pectoris, einer Erkrankung, die durch anfallsartige Brustschmerzen infolge einer verminderten Durchblutung des Herzens gekennzeichnet ist.
Empfehlungen für betroffene Patienten
Patienten, die von den Engpässen betroffen sind, sollten ihren Blutdruck weiterhin regelmäßig überwachen und sich bei Problemen frühzeitig an ihre Hausarztpraxis wenden. Wenn Nitrendipin momentan nicht verfügbar ist, können Ärzte in der Regel auf andere blutdrucksenkende Medikamente aus derselben Wirkstoffgruppe zurückgreifen. Es ist jedoch wichtig, dass Patienten ihre Therapie nicht eigenständig ändern oder absetzen, sondern mögliche Alternativen stets mit ihrem Arzt besprechen. Für weitere Informationen über die Einnahme von Medikamenten könnte Jeden Tag Cetirizin: Wie lange ist die Einnahme unbedenklich? hilfreich sein.
Die Informationen in diesem Artikel ersetzen keine ärztliche Beratung und sollten nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
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