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Unterschiedliche Diabetesrisiken bei Männern und Frauen

Männer erkranken im Durchschnitt drei bis vier Jahre früher an Typ-2-Diabetes als Frauen, die oft erst später und schwerer betroffen sind. Die Fettverteilung im Körper beeinflusst das Erkrankungsrisiko unterschiedlich je nach Geschlecht.

Unterschiedliche Diabetesrisiken bei Männern und Frauen
KI-generiert

Einfluss des Geschlechts auf das Diabetesrisiko

In Deutschland leben über neun Millionen Menschen mit Diabetes, wobei die Mehrheit an Typ-2-Diabetes leidet. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hat festgestellt, dass Übergewicht nicht bei allen Geschlechtern gleich wirkt und das Risiko für Diabetes erheblich beeinflusst.

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Fettverteilung und Risiko

Übergewicht ist ein wesentlicher Risikofaktor für Typ-2-Diabetes. Experten der DDG betonen jedoch, dass der Body-Mass-Index (BMI) allein nicht ausreicht, um das individuelle Risiko zu bewerten. Die Verteilung des Körperfetts spielt eine entscheidende Rolle:

  • Männer neigen dazu, Fett im Bauchraum zu speichern, was als viszerales Fett bezeichnet wird. Dieses Fett umgibt die Organe und hat einen starken Einfluss auf den Stoffwechsel, indem es die Insulinresistenz fördert.
  • Frauen hingegen lagern Fett eher an Hüften und Oberschenkeln an, was weniger Einfluss auf den Stoffwechsel hat. Daher bleibt ihr Risiko für Diabetes oft länger niedrig.

Erkrankungszeitpunkt und Schwere

Studien zeigen, dass Männer im Durchschnitt drei bis vier Jahre früher an Typ-2-Diabetes erkranken als Frauen. Die Diagnose erfolgt häufig bereits bei geringerem Übergewicht. Frauen hingegen entwickeln die Krankheit meist später, jedoch oft mit schwereren Stoffwechselstörungen. Viele Frauen haben bereits über Jahre eine unerkannte Insulinresistenz, bevor die Erkrankung diagnostiziert wird.

Lebensphasen und Risikofaktoren bei Frauen

Bei Frauen spielen bestimmte Lebensphasen eine zusätzliche Rolle. Ein Gestationsdiabetes während der Schwangerschaft kann das Risiko für Typ-2-Diabetes später im Leben um das Siebenfache erhöhen. Auch das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS), eine Hormonstörung, die den Stoffwechsel beeinflusst, steigert das Risiko erheblich. Frauen mit PCOS entwickeln etwa viermal häufiger Typ-2-Diabetes.

Mit den Wechseljahren kommt es zu weiteren Veränderungen im Körper. Sinkende Östrogenspiegel führen dazu, dass sich Fett vermehrt im Bauchraum ansammelt, was die Insulinresistenz erhöht. Eine frühzeitige Menopause kann das Diabetesrisiko um etwa 30 Prozent steigern.

Folgeerkrankungen und Behandlungsergebnisse

Frauen mit Diabetes erreichen laut DDG wichtige Behandlungsziele seltener, wie stabile Blutzuckerwerte, normalen Blutdruck und gesunde Blutfettwerte. Dies führt zu einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Vergleich zu Männern. Typ-2-Diabetes kann den natürlichen Schutz von Frauen vor Herzinfarkten und Gefäßerkrankungen erheblich verringern. Zudem sind die Krankenkassen zunehmend von den steigenden Beiträgen betroffen.

Forderung nach geschlechtsspezifischer Medizin

Die Experten der DDG fordern eine stärkere Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Unterschiede in der medizinischen Praxis. Eine gezielte Vorsorge und individuell angepasste Therapien könnten dazu beitragen, Diabetes früher zu erkennen und schwerwiegende Folgen zu vermeiden.

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Bildquelle: ai-generated-gemini

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