Der 1. FC Union Berlin hat in dieser Saison sechs Spieler auf Leihbasis abgegeben. Während einige von ihnen nach Spielpraxis streben, sehen andere dies als letzte Chance in ihrer Karriere. In Köpenick wird bereits am Kader für die kommende Saison gearbeitet, während die Leihspieler bei ihren neuen Vereinen um Spielzeit, Form und Argumente kämpfen. Wer nutzt die Gelegenheit, wer bleibt im Hintergrund und wer hat realistische Aussichten auf eine Rückkehr zu Union?
Chris Bedia (29)
Der ivorische Stürmer hat bei den Young Boys in der Schweiz beeindruckende Statistiken vorzuweisen. In 38 Pflichtspielen erzielte er 20 Tore. In Bern läuft es für ihn deutlich besser als bei Union. Bedia sammelt Spielzeit, trifft regelmäßig und tankt Selbstvertrauen. Die Anzeichen deuten auf einen Abschied aus Berlin hin, da die Young Boys im Sommer eine feste Verpflichtung anstreben. Die Kaufoption liegt laut Informationen zwischen einer und 2,5 Millionen Euro. Christoph Spycher, der Sportverantwortliche, treibt den Transfer voran. Obwohl sein Vertrag bei Union bis 2027 läuft, ist ein weiterer Einsatz für die Eisernen unwahrscheinlich. Unter Trainer Gerardo Seoane, der Bedia nicht als erste Wahl sieht, könnte es zu interner Kritik an seiner Trainingsleistung gekommen sein.
László Bénes (28)
Mit 22 Einsätzen und 1.935 Minuten Spielzeit hat sich Bénes bei Kayserispor in der türkischen Süper Lig als Stammspieler etabliert. Nach einem Rückschlag in Köpenick hat er in der Türkei sofort Fuß gefasst und begeistert die Fans mit seinen Toren. Die Leihe endet im Mai, und Kayserispor hat eine Kaufoption in Höhe von etwa drei Millionen Euro. Dennoch gilt eine feste Verpflichtung als unwahrscheinlich, da Bénes zu den Top-Verdienern im Kader gehört, was für den Klub finanziell schwer zu stemmen ist. Er betrachtet die Türkei eher als Zwischenstation, um sich für eine Rückkehr zu Union zu empfehlen.
Marin Ljubicic (24)
Die Leihe zu Fortuna Düsseldorf verläuft für Ljubicic bislang eher enttäuschend. In 44 Minuten und zwei Joker-Einsätzen blieb er ohne Torerfolg. Union hatte ihn abgegeben, um ihm Spielpraxis zu ermöglichen, da ein Stammplatz in Köpenick nicht garantiert war. In Düsseldorf verdient er bis zum Saisonende rund eine halbe Million Euro, jedoch gibt es keine Kaufoption. Seine schwache Bilanz ist teilweise auf Oberschenkelprobleme zurückzuführen, die ihn lange zurückwarfen. Erst seit drei Wochen ist er wieder voll im Training. Sportvorstand Sven Mislintat ist ein Befürworter des Angreifers und würde ihn gerne halten, doch Union verlangt für einen festen Transfer eine hohe Ablösesumme. Sollte Ljubicic in Düsseldorf überzeugen, könnte eine Einigung möglich sein.
Oluwaseun Ogbemudia (19)
Der Innenverteidiger hat sich beim Drittligisten SV Waldhof Mannheim schnell etabliert. Er zeigt sich robust, präsent und zuverlässig. In Köpenick hatte er aufgrund einer Verletzung in der entscheidenden Phase der Sommervorbereitung keine Einsatzminuten erhalten. Unter Trainer Steffen Baumgart kam er nicht zum Zug, während er in Mannheim als Stammkraft spielt. Sein Vertrag in Berlin läuft bis zum 30. Juni 2029, die Leihe endet nach der Saison.
Yannic Stein (21)
Stein ist der Torwart des SV Babelsberg 03 und wurde im Januar 2025 von Union an den Regionalligisten verliehen. Die Leihe verlief ungewöhnlich, da im Juni des letzten Jahres eine vorzeitige Rückkehr nach Köpenick vereinbart wurde. Nur zwei Monate später stand er jedoch erneut bei den Potsdamern im Tor. Sportlich überzeugt er durch Präsenz und Konstanz, wird jedoch immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen. Ein Muskelfaserriss und eine Hüftprellung haben ihn zeitweise außer Gefecht gesetzt.
Julien Friedrich (19)
Der Linksaußen wurde im Januar 2025 von Union zur VSG Altglienicke verliehen. In der Regionalliga erzielte er in dieser Saison zwei Tore und bereitete einen Treffer vor. Gleichzeitig hat Union ein klares Zeichen gesetzt, indem sie im Februar seinen Vertrag verlängerten. Details zur Laufzeit sind nicht bekannt. Der Plan sieht vor, dass Friedrich nach der Leihe den nächsten Schritt in seiner Karriere macht und an die Profis herangeführt wird.
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