Der 1. FC Union Berlin steht vor einem bedeutenden Umbruch, der sich bereits in der Anfangsphase der Vorbereitung abzeichnet. Der neue Cheftrainer Mauro Lustrinelli, der vor einer Woche sein erstes Training leitete, verfolgt eine klare Vision für die kommende Saison. Bei den ersten Trainingseinheiten und Testspielen wird deutlich, dass Lustrinelli einen offensiven und dynamischen Spielstil etablieren möchte.
Während der ersten Einheit am Dienstag, die vor rund 100 Fans stattfand, forderte Athletiktrainer Martin Krüger die Spieler mit energischen Anweisungen auf, schneller zu agieren. Lustrinelli beobachtete das Geschehen am Spielfeldrand und ließ sich von den Fortschritten der Mannschaft inspirieren. In den ersten Testspielen gegen Optik Rathenow und Grün-Weiß Lübben erzielte das Team insgesamt 28 Tore, was einen vielversprechenden Start darstellt. „Trotz des großen Unterschieds hat mir die Mentalität in unserem Team gefallen. Wir haben den Fokus behalten, unser Offensivspiel und die Automatismen trainiert“, erklärte Lustrinelli nach dem beeindruckenden 16:0-Sieg gegen Lübben.
Veränderungen in der Taktik
Ein markantes Merkmal der neuen Spielweise wird die Abkehr von der bisherigen Dreierkette sein, die seit 2019 das defensive Grundgerüst des Vereins bildete. Lustrinelli, der in der vergangenen Saison mit dem FC Thun die Schweizer Meisterschaft gewann, favorisiert ein 4-4-2-System. Diese taktische Umstellung wurde bereits in den ersten Trainingseinheiten und Testspielen sichtbar.
In der Innenverteidigung kamen Rückkehrer Marvin Friedrich und Neuzugang Zeno van den Bosch zum Einsatz, unterstützt von Leopold Querfeld und Tom Rothe. Der 19-jährige Oluwaseun Ogbemudia erhielt ebenfalls Spielzeit, während die Außenverteidigerpositionen unverändert blieben.
Offensive Herausforderungen
Die Offensive des 1. FC Union Berlin stellt jedoch eine größere Herausforderung dar. Mit Spielern wie Andrej Ilic, Oliver Burke, Ilyas Ansah, Livan Burcu, Woo-yeong Jeong, Tim Skarke sowie den Rückkehrern Chris Bedia und Marin Ljubičić gibt es zwar eine Vielzahl an Optionen, doch die Frage bleibt, ob die Qualität ausreicht, um den gewünschten offensiven Fußball zu spielen. Lustrinelli hat angekündigt, sich zunächst ein umfassendes Bild von allen Spielern zu machen, bevor er mögliche Kaderveränderungen vornimmt.
Horst Heldt, der Sportdirektor, wird in der kommenden Zeit gefordert sein, geeignete Abnehmer für einige Spieler zu finden, um den Kader auf eine handhabbare Größe zu reduzieren. Bis dahin wird Lustrinelli in der Vorbereitung weiterhin durchrotieren und die nächsten Testspiele nutzen, um die Mannschaft weiter zu formen. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich am Donnerstag um 18:30 Uhr im Auswärtsspiel gegen den Chemnitzer FC, gefolgt von einem weiteren Test am Sonntag um 15:30 Uhr gegen Carl Zeiss Jena.
Quellen: Tagesspiegel, rbb24, Bild
Bildquelle: Echo Media Group / Union Berlin