Vor rund 150 Jahren komponierte Jacques Offenbach in Paris eine Melodie, die sich zu einem leidigen Ohrwurm für die Fußballfans in Deutschland entwickelte. In seiner Operette „Orpheus in der Unterwelt“ schuf der Komponist ein Stück, das als „Höllengalopp“ bekannt wurde. Dieses Lied benötigt keine Worte, um sich in den Köpfen der Menschen festzusetzen. Nach dem Auswärtsspiel des 1. FC Union Berlin in München wird den Spielern und Anhängern jedoch auch das höhnische „Yabba Dabba Doo“ in Erinnerung bleiben.
Union Berlin erleidet klare Niederlage gegen den FC Bayern
Die 0:4-Niederlage von Union Berlin gegen den überlegenen FC Bayern reiht sich in eine Liste von enttäuschenden Ergebnissen ein. Nach jedem Tor der Münchener ertönt in der Allianz Arena die bekannte Torhymne, die für viele Spieler, Trainer und Fans eine unangenehme Erinnerung darstellt. Je häufiger man diese Melodie hört, desto schmerzhafter wird die sportliche Niederlage.
Die Spieler des 1. FC Union mussten am Samstagnachmittag gleich viermal den musikalischen Spott über sich ergehen lassen. Die deutliche Botschaft ihrer Niederlage in München war klar: Auch die Köpenicker sind gegen den übermächtigen FC Bayern machtlos.
Es war keine Überraschung, dass die Ausgangslage vor dem Spiel bereits als schwierig eingeschätzt wurde. Trainer Steffen Baumgart hatte im Vorfeld betont, dass es eines nahezu perfekten Spiels bedurfte, um gegen die Bayern eine Chance zu haben. Dennoch hoffte er auf viel Mut und ein starkes Kollektiv seiner Mannschaft.
Der FC Bayern zeigt seine Überlegenheit
Union Berlin begann das Spiel in München mit einer soliden defensiven Leistung in den ersten 20 Minuten. Doch selbst diese Bemühungen erwiesen sich in dieser Saison gegen den FC Bayern als unzureichend. Die Münchener, die zuvor Atalanta Bergamo mit einem beeindruckenden Torverhältnis von 10:2 aus der Champions-League eliminiert hatten, zeigten sich in bestechender Form.
Von der ersten Minute an dominierte der Rekordmeister das Geschehen auf dem Platz. Trainer Vincent Kompanys Mannschaft agierte mit bemerkenswerter Variabilität. Auf den Flügeln sorgten Michael Olise und Serge Gnabry für Wirbel, während Josua Kimmich im Mittelfeld das Spiel lenkte. Stürmer Harry Kane war überall auf dem Feld aktiv und bereitete zahlreiche Chancen vor. Ein vermeintlicher Führungstreffer von Supertalent Lennart Karl wurde in der 29. Minute nur durch den Pfosten des Unions Tores verhindert.
„Normalerweise fangen wir Trainer damit an, was man selbst nicht gut gemacht hat. Heute waren wir gar nicht in der Lage, irgendetwas besser zu machen.“ – Steffen Baumgart
Frühe Tore als entscheidender Faktor
Die Münchener spielten gegen Union wie Raubtiere auf der Jagd nach Beute: gut organisiert, selbstbewusst und am Ende gnadenlos. In der 43. Minute sorgte Olise dafür, dass die Stadionlautsprecher zum ersten Mal „Yabba Dabba Doo“ ertönen ließen. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit erhöhte Gnabry auf 2:0. Mit hängenden Köpfen gingen die Unionspieler in die Kabine.
Union-Kapitän Christopher Trimmel erklärte nach dem Spiel: „Wenn du gegen München lange das 0:0 hältst, fängst du vielleicht irgendwann mal an zu glauben, aber wenn du so kurz vor der Pause zwei Tore kassierst, dann macht das schon etwas mit dir.“ Die Hoffnung auf einen Punktgewinn war nach 45 Minuten nahezu verschwunden, zumal Union in der ersten Halbzeit keinen einzigen Torschuss verzeichnen konnte.
Die offensiven Bemühungen der Berliner waren nicht vorhanden, da sie sich zu sehr auf die Defensive konzentrieren mussten. Trainer Baumgart resümierte: „Heute waren wir gar nicht in der Lage, irgendetwas besser zu machen.“
Ein weiteres Tor von Kane und das klare Ergebnis
Nach der Halbzeitpause dauerte es nur dreieinhalb Minuten, bis Harry Kane ebenfalls in die Torschützenliste eintrug. Mit 31 Toren nach 27 Spielen hat er nun so viele Tore erzielt wie die gesamte Mannschaft von Union Berlin. Glücklicherweise markierte Gnabrys Treffer zum 4:0 in der 67. Minute bereits den Endstand.
„Am Ende bin ich froh, dass es bei diesem deutlichen Ergebnis geblieben ist. Wir sind heute auf einen Gegner getroffen, dem wir nichts entgegenzusetzen hatten.“ – Steffen Baumgart
Baumgart wollte sein hartes Urteil nicht als Vorwurf an seine Mannschaft verstanden wissen. Es spiegelt vielmehr die aktuelle Dominanz der Bayern wider. Kapitän Trimmel fügte hinzu: „In München kann man mal untergehen. Das ist heute passiert, aber wir bleiben trotzdem positiv.“
Zukünftige Herausforderungen für Union Berlin
Die wirklich entscheidenden Spiele, die gewinnbar sind, stehen für den 1. FC Union in den kommenden Wochen an. Fünf der nächsten sechs Gegner, darunter St. Pauli, Heidenheim, Wolfsburg, Köln und Mainz 05, befinden sich in der Tabelle hinter den Köpenickern. Bevor es jedoch zu diesen Begegnungen kommt, steht zunächst eine Länderspielpause an. Dies bietet ausreichend Gelegenheit, um das unerfreuliche „Yabba Dabba Doo“ und Offenbachs Operette aus den Köpfen zu verbannen.
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