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Auch Deutschland abgeschlagen: Rente reicht in nur vier Ländern Europas zum Leben

Eine aktuelle Analyse zeigt, dass die staatliche Rente in Deutschland nicht ausreicht, um die Lebenshaltungskosten zu decken. Nur vier europäische Länder bieten Renten, die den Lebensstandard im Alter sichern können.

Auch Deutschland abgeschlagen: Rente reicht in nur vier Ländern Europas zum Leben

Rente in Europa: Deutschland schneidet schlecht ab

Die finanzielle Situation von Rentnern, die ausschließlich auf staatliche Renten angewiesen sind, ist in vielen europäischen Ländern besorgniserregend. Deutschland bildet hierbei keine Ausnahme. Eine aktuelle Analyse von DataPulse Research zeigt, dass zahlreiche Menschen, die über Jahrzehnte in die Rentenkassen eingezahlt haben, im Alter vor erheblichen finanziellen Herausforderungen stehen.

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In der Untersuchung wurden die durchschnittlichen jährlichen Ausgaben von Personen über 60 Jahren in 27 europäischen Ländern mit den staatlichen Altersrenten verglichen. Diese Analyse basiert auf inflationsbereinigten Daten von Eurostat, die an das Preisniveau von 2023 angepasst wurden. Das Ergebnis ist ernüchternd: Deutschland belegt mit einer durchschnittlichen staatlichen Bruttorente von 19.138 Euro pro Jahr den 20. Platz von 27 untersuchten Ländern.

Diskrepanz zwischen Rente und Lebenshaltungskosten

Die typischen jährlichen Ausgaben eines Rentners in Deutschland liegen zwischen 24.000 und 29.000 Euro, was eine erhebliche Diskrepanz zur staatlichen Rente darstellt. Ein wesentlicher Teil der Ausgaben im Ruhestand entfällt auf Wohnkosten und Lebensmittel. Besonders betroffen sind deutsche Rentner, da etwa 60 Prozent der älteren Bevölkerung zur Miete wohnen. Steigen die Mieten schneller als die allgemeine Inflation, verlieren Rentner an Kaufkraft, selbst wenn die Renten offiziell angepasst werden.

Positive Ausnahmen in Europa

In einigen Ländern, wie Rumänien, Tschechien, Polen und Spanien, ist die Situation jedoch günstiger. Dort übersteigt die staatliche Rente die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten um drei bis 21 Prozent. Bulgarien und Dänemark liegen knapp darunter, während in Kroatien, Slowenien, Ungarn und Norwegen Rentner mehr als ein Drittel ihrer Ausgaben aus anderen Quellen decken müssen.

Luxemburgs hohe Renten und Lebenshaltungskosten

Ein geringes Rentendefizit führt nicht zwangsläufig zu Altersarmut, wie das Beispiel Norwegen zeigt. Axel West Pedersen, Forschungsprofessor am Institut für Sozialforschung, erklärt:

„Eine wichtige Erklärung dafür, warum Altersarmut in Norwegen vergleichsweise gering ist, liegt zwar in dem relativ großzügigen Mindestniveau der Renten über das nationale Versicherungssystem Folketrygden. Gleichzeitig ist das System aber so angelegt, dass der Staat die Basis bereitstellt, der tatsächliche Lebensstandard im Alter jedoch aus dem Zusammenspiel mit betrieblichen Renten entsteht.“

Die Kaufkraft ist entscheidend, nicht nur die nominale Rentenhöhe. Luxemburg zahlt mit über 34.000 Euro die höchste nominale Rente in Europa. Aufgrund der hohen Lebenshaltungskosten von etwa 52.000 Euro ergibt sich jedoch eine schwierige Situation für die Rentner. Im internationalen Vergleich schneidet Luxemburg sogar schlechter ab als Deutschland. Im Gegensatz dazu zahlt Bulgarien mit rund 4.500 Euro die zweitniedrigste Rente, steht jedoch im internationalen Vergleich von Rente zu Ausgaben auf Rang 5.

Aktuelle Entwicklungen in Deutschland

Die Analyse weist darauf hin, dass alle Rentenwerte Bruttobeträge sind. Da Renten in nahezu allen EU-Ländern versteuert werden müssen und Sozialabgaben anfallen, ist die reale Kaufkraft am Monatsende oft deutlich geringer, was die tatsächliche Versorgungslücke weiter vergrößert.

Trotz der strukturellen Schwächen der europäischen Rentensysteme gibt es für die 21 Millionen Rentner in Deutschland kurzfristig positive Nachrichten: Zum 1. Juli steigen die Rentenbezüge laut Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) um 4,24 Prozent, was mehr ist als ursprünglich im Dezember erwartet. Diese Erhöhung ist auf die positive Lohnentwicklung zurückzuführen, an die die Renten gekoppelt sind. Für eine Standardrente bedeutet dies ein Plus von 77,85 Euro im Monat. Bas betonte:

„Ordentliche Renten sind kein Luxus, sondern eine Frage der Leistungsgerechtigkeit für die Menschen, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben.“

Ob diese Erhöhung ausreicht, um die strukturelle Rentenlücke zu schließen, bleibt jedoch fraglich. Eine Rentenkommission arbeitet derzeit an langfristigen Reformkonzepten. Ein Plan von Katherina Reiche könnte Deutschland möglicherweise an die europäische Spitze führen. Zudem wurde die Bürgergeld-Reform beschlossen, die ebenfalls Auswirkungen auf die Rentensituation haben könnte. Langfristig werden die Renten steigen ab Juli 2026: So viel mehr Geld gibt es.

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Bildquelle: Pixabay auf Pexels

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