Tarifkonflikt bei Lufthansa: Piloten setzen auf Streik
Die durchschnittlichen Jahresgehälter der Piloten im Cockpit liegen im sechsstelligen Bereich. Diese Position zählt nicht nur im Vergleich zu anderen Fluggesellschaften, sondern auch innerhalb des Konzerns zu den bestbezahlten. Mit ihrem aktuellen Streik wollen die Piloten der Lufthansa verhindern, dass ihre Stellung weiter geschwächt wird.
Bereits zum zweiten Mal in den laufenden Tarifverhandlungen legen die Piloten der Lufthansa ihre Arbeit nieder, und zwar diesmal für zwei Tage. Personalvorstand Michael Niggemann äußerte sich empört über diese Entwicklung:
„Diese Eskalation ist in keiner Weise nachvollziehbar“
. Besonders in Anbetracht der geopolitischen Unsicherheiten, die durch den Iran-Krieg verstärkt werden, sei eine weitere Eskalation nicht gewünscht. Andreas Pinheiro, Präsident der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), erklärte:
„Wir hätten eine weitere Eskalation sehr gerne vermieden, aber es liegt weiterhin kein Angebot vor.“
Hintergründe des Streiks
Während die Piloten der Regionaltochter Cityline für höhere Gehälter kämpfen, stehen die Tarifpartner bei der Hauptgesellschaft und Lufthansa Cargo in Verhandlungen über höhere Betriebsrenten. Beobachter sind der Meinung, dass es hierbei nicht nur um Gehaltserhöhungen geht, sondern auch um interne Machtverschiebungen, die mit erheblichen finanziellen Auswirkungen verbunden sind.
Ein umfassendes Sanierungsprogramm soll den Konzern effizienter gestalten. Während die kostengünstiger arbeitenden Tochtergesellschaften wachsen, verliert die Kernmarke an Bedeutung. Dies hat zur Folge, dass sich die Perspektiven für die Piloten deutlich verschlechtern, da die Cockpit-Crews bei Tochterunternehmen wie Discover Airlines wesentlich geringere Gehälter erhalten.
Infolge des Streiks fallen zahlreiche Flüge aus, was die Auswirkungen auf die Passagiere verstärkt.